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Neubau am Viehmarktplatz?

Brucker Rathaus ein Sanierungsfall

Fürstenfeldbruck - Das Brucker Rathaus ist massiv sanierungsbedürftig. Teilweise mussten die Mitarbeiter schon ausziehen. Jetzt greift die Stadt ein. Elf Millionen Euro könnte die Sanierung verschlingen. Im Gespräch ist nun sogar ein kompletter Neubau auf dem Viehmarktplatz.

 Im Sommer ist es heiß, im Winter kalt, Wasser kondensiert an der Innenseite der Fenster. Außerdem haben nicht alle Mitarbeiter ausreichend Platz und der Sitzungssaal im Gebäude im Hinterhof ist für Gehbehinderte nicht zu erreichen: Das Rathaus an der Hauptstraße ist ein Sanierungsfall. Mittlerweile wurden etwa 30 Arbeitsplätze in die alte Schule am Niederbronnerweg ausgelagert. Andere Mitarbeiter sitzen in angemieteten Räumen über dem NKD-Markt neben dem Rathaus.

„Dachgeschoss und Fassade der beiden neueren Gebäude müssen dringend energetisch saniert werden“, sagte Stadtbaumeister Martin Kornacher im jüngsten Finanzausschuss der Stadt. Dafür würden etwa zwei Millionen Euro fällig – Peanuts im Vergleich zu dem, was der angedachte Neubau auf dem Areal neben dem bestehenden Rathaus kosten würde. Denn da wäre die Stadt mit neun Millionen Euro dabei – inklusive Abriss des ehemaligen Friseur-Häuschens, das dort noch steht. Bis 2021 könnten insgesamt rund elf Millionen Euro für das Rathaus fällig werden.

Angesichts dieser Zahlen schluckten die Stadträte im Ausschuss erst einmal ganz schön. Georg Jakobs (CSU) schlug sogar vor, einen Neubau auf dem Viehmarktplatz zu errichten. „Dann hätten wir da unser Zentrum, für elf Millionen Euro sollten wir darüber nachdenken.“ Laut Kornacher steht diese Idee schon länger im Raum. „Wir haben mal geschaut, wie das Volumen wäre“, so der Stadtbaumeister. Das Ergebnis: Von der Größe her würde ein Rathaus dort wohl einem Bau entsprechen, der ähnlich groß sei, wie der per Bürgerentscheid abgelehnte Gebäudekomplex. Doch auch wenn es schwierig ist – eine Lösung muss in absehbarer Zeit her. Zwar wurde in den vergangenen Jahren der Flachbau errichtet, in dem der Infopoint untergebracht ist. Auch der Sitzungssaal im hinteren Haus bekam einen neuen Eingang. Doch im Dachgeschoss herrschen Zustände wie vor zig Jahren. Die Angestellten treten sich auf die Füße. Im Sommer schwitzen die Mitarbeiter bei 40 Grad. Ihre Büros sind zudem nur durch Gauben beleuchtet und dunkel. Im Winter verheizt die Stadt viel Geld, weil Fassade und Dach nicht ordentlich gedämmt sind.

Und in den Sitzungssaal im ersten Stock gelangt nur, wer Treppen steigen kann – einen Aufzug gibt es nicht. Noch zu Zeiten von Alt-OB Sepp Kellerer (CSU) hatte Gabriele Fröhlich (SPD) zwar den Antrag auf einen barrierefreien Zugang gestellt. Dafür müssten aber zwei Aufzüge eingebaut werden – das ist teuer.

Eine Idee wäre, den Sitzungssaal in das Erdgeschoss des Neubaus zu verlagern. Doch: „Noch müssen wir die Machbarkeitsstudie abwarten“, sagte Martin Kornacher in der Sitzung. Erst dann könne der Stadtrat entscheiden. Der Stadtbaumeister sagt: „Momentan gibt es noch viele Wenns und Abers.“

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