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Schlachthofsprecher Engelbert Jais bei einer Begehung der ertüchtigten Gebäude im Dezember 2017.

Nach Verstoß gegen Tierschutz

Brucker Schlachthof nimmt Betrieb wieder auf

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Der Brucker Schlachthof hat nun ganz offiziell wieder eine Betriebserlaubnis und nimmt seine Arbeit wieder auf. Gleichzeitig entbrennt eine Diskussion über höhere Gebühren – denn Tierschutz und amtliche Kontrolle kosten Geld.

Fürstenfeldbruck – „Wir sind total happy. Alles ist gut gelaufen“, sagt Schlachthof-Chef Engelbert Jais. Nach der Schließung der Einrichtung im vergangenen Jahr wegen Tierschutzverstößen und nach diversen Änderungen am Gebäude wurde am Montag zum ersten Mal wieder geschlachtet.

Dabei waren in aller Früh um 3 Uhr nicht nur der neuerdings festangestellte Tierschutzbeauftragte, sondern auch Vertreter der neuen bayerischen Schlachthof-Kontrolle-Behörde (KBLV) anwesend. Deren Botschaft laut Jais: Mit den vorgenommenen Änderungen wird den Tierschutzauflagen in bester Weise Rechnung getragen. Jais: „Die waren begeistert.“

Allerdings müssen Landwirte bei der Fleischbeschau im Schlachthof und auch im eigenen Betrieb mit höheren Kosten als früher rechnen. Das wurde infolge einer Debatte am Montagnachmittag im Kreisausschuss deutlich. Kreisrat Peter Falk (SPD) etwa erzählte in der Sitzung, dass die Gebühren für die Fleischbeschau signifikant gestiegen seien, seit das Landratsamt diese Leistung selbst übernommen habe und nicht mehr wie vor dem Skandal an eine Fremdfirma vergibt.

Peter Falk argwöhnte sogar, dass der Landkreis Bruck deutlich mehr verlange als andere Behörden. Er warf die Frage auf, ob der Schlachthof so überhaupt vernünftig betrieben werden könne. Der frühere Schlachthof-Geschäftsführer und ÖDP-Kreisrat Max Keil bestätigte die Aussagen Falks. „Das wird ein ziemlicher Knackpunkt.“

In anderen Einrichtungen koste die ganze Schlachtung so viel wie in Bruck allein die Fleischbeschau. Bei Kaninchen seien die Kosten beispielsweise geradezu explodiert.

Keil fürchtet, dass es aufgrund der gestiegenen Kosten zu Wanderbewegungen kommen werde, die letztlich das Aus für den Brucker Schlachthof bringen könnten. Das staatliche Veterinäramt sei personell aufgeblasen und die Verwaltung insgesamt einfach zu teuer. Gleichzeitig müsse auch der Schlachthof selbst teurer werden, da durch die Einhaltung der neuen Regeln der Ablauf träger werde. Natürlich müsse man auch berücksichtigen, dass die Wege nach Bruck kürzer seien und hier wertvolle Arbeit geleistet werde.

Schlachthof-Chef Jais betonte gegenüber dem Tagblatt, dass ihm jetzt erst einmal die EU-Zulassung das Wichtigste gewesen sei. Die Gebühren seien höher, ja, im Verhältnis aber immer noch in Ordnung. Im Schlachthof Hasenheide sei es immer noch deutlich günstiger, als wenn Tierärzte zu einzelnen Metzgern fahren würden. Dass auch das Schlachten als solches teurer geworden sei, sei folgerichtig – schließlich sei jetzt der Tierschutzbeauftragte fest angestellt, was natürlich mehr koste als früher. Jais: „Der Tierschutz muss passen. Da spare ich null, da gibt es keine Diskussionen.“ Beispiel: Kostete die Schlachtung einer Kuh früher 130 Euro, so sind es nun 160.

Insgesamt will Jais den Betrieb im Schlachthof langsam starten, bis alle Abläufe eingespielt sind. Er werde innerhalb kurzer Zeit darüber informieren, wann Kunden sich anmelden können. Landrat Thomas Karmasin will die Gebührenfrage genauer unter die Lupe nehmen, sagte in der Sitzung aber auch: „Hoher Anspruch und hohe Qualität kosten halt auch Geld.“

Die Gebühren

Die Gebührenstruktur – es gibt einen vorgegebenen Rahmen – ist kompliziert, wie eine Sprecherin der Kreisbehörde erklärt. Vereinfacht gilt: Je mehr Tiere geschlachtet werden, desto günstiger wird es. Beispiel: Bei Einheiten über 20 Rindern kostet die Beschau im Kreis Bruck jetzt 12,11 Euro. Bis Ende vergangenen Jahres waren es 10,38 Euro. In Landsberg liege der Preis hier bei 14,99 Euro. Die Erhöhung gegenüber 2017 komme unter anderem daher, dass nun zwei Tierärzte entsendet werden, teils aber auch an längeren Anfahrten der Mitarbeiter und an der Personalstruktur allgemein. Die Gebühren müssen die laufenden Kosten decken

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