Läuft da nicht was schief? Die Agenda des Brucker Kreistags zur Verbesserung des S-Bahn-Angebots fand bei Bayerns Ministerpräsident kein Gehör.
+
Läuft da nicht was schief? Die Agenda des Brucker Kreistags zur Verbesserung des S-Bahn-Angebots fand bei Bayerns Ministerpräsident kein Gehör.

Brucks S-Bahn-Agenda stößt auf taube Ohren

Fürstenfeldbruck - Längere Züge, bessere Takte, mehr Nachtfahrten: Der Brucker Kreistag hat dem Freistaat Ideen zur Verbesserung des S-Bahn-Angebots unterbreitet. Was sagt Horst Seehofer dazu?

Kurz und knapp gesagt: Alle Vorschläge wurden abgelehnt.

Mit Verbesserungen seitens des Freistaats müsste eine „Erhöhung der tatsächlichen Nachfrage“ verbunden sein. Und dies erscheine angesichts des bereits jetzt hohen Anteils des öffentlichen Nahverkehrs von rund 44 Prozent am Gesamtverkehrsaufkommen der Landeshauptstadt München mehr als fraglich, so Seehofer in seiner Antwort an Landrat Thomas Karmasin.

Quintessenz des Schreibens: Der Freistaat glaubt nicht, dass ein besseres S-Bahn-Angebot zu mehr Gästen und damit zu mehr Einnahmen führen würde. Außerdem, so Seehofer, dürfe die Staatsregierung nicht alle Mittel in die Region München stecken.

Die Vorschläge und die Antworten, die der Kreistag zur Kenntnis nahm, im Einzelnen:

Langzüge

Forderung: In der Hauptverkehrszeit werden, wo möglich, Langzüge eingesetzt. Priorität liegt auf der S 1, der S 4 und der S 6.

Antwort: Alle verfügbaren Züge werden eingesetzt, mehr Fahrzeuge gibt es nicht. Die Züge werden gemäß dem Fahrgastaufkommen gebildet. Im Bedarfsfall - den gibt es aktuell nicht - wird nachgesteuert. Außerdem: Weitere Taktverdichtungen in den Spitzenzeiten verhindert die Infrastruktur im Münchner Westen. Fazit: Klares Nein.

Bessere Takte

Forderung: Wo werktags der Zehn-Minuten-Takt gilt, solle dieser auch am Freitagnachmittag angeboten werden, schreibt der Kreistag. Außerdem solle im stadtnahen Bereich der 20-Minuten-Takt ausgeweitet werden. Dies täglich bis Betriebsschluss sowie an Sonn- und Feiertagen auch ab Betriebsbeginn.

Antwort: Das Fahrgastaufkommen in diesen Nebenverkehrszeiten deutet darauf hin, dass die vorhandenen Kapazitäten ausreichen. Fazit: Klares Nein.

Nachtschwärmer

Forderung: An Wochenenden und in den Nächten vor Feiertagen solle eine durchgehende einstündige Bedienung zwischen 2 Uhr früh und dem nächsten Betriebsbeginn angeboten werden.

Antwort: Im Jahr 2008 wurde das Nachtangebot bereits verbessert. Weitere S-Bahnen wären nur sinnvoll, wenn Anschlüsse zu den Verkehrsmitteln der Münchner Verkehrgesellschaft (MVG) herstellbar wären. Die MVG schließe Verschiebungen aber aus. Ohne U-Bahnen seien in zusätzlichen S-Bahnen nur wenige Gäste zu erwarten. Fazit: Klares Nein.

Mehr Vollzüge

Forderung: In den Nachtstunden müssen im vorhandenen Angebot längere Züge (Vollzüge) eingesetzt werden. Antwort: Kapazitätsschwierigkeiten gibt es nur im unmittelbar städtischen Bereich, ein generelles Problem existiert nicht. Auf den belasteten Abschnitten werde eine Kapazitätvergrößerung aber geprüft.

Fazit: Schau mer mal

Auch interessant

Kommentare