Alexander Reeh trotzt seinem Schicksal.

Das sechste Werk des Handicap-Schriftstellers

Buchautor nimmt nächste Ausfahrt Freiheit

Was er alles erlebt hat, würde viele Bücher füllen. Alexander Reeh aus Mammendorf hat jetzt sein sechstes Werk herausgebracht: „Nächste Ausfahrt Freiheit“. Freiheit ist für ihn wichtig – denn sein Leben ist seit seiner Geburt eingeschränkt. Doch der 29-Jährige kämpft.

MammendorfDer junge Mann ist im Landkreis bekannt, weil er mehrere Bücher geschrieben hat und sich seine Träume verwirklicht. Und das, obwohl Ärzte seinen Eltern prognostiziert hatten, dass ihr Sohn niemals lesen oder schreiben lernen würde. Denn Alexander hat bei seiner Geburt einen Hirnschaden erlitten.

Bereits in seinem fünften Buch „Chef, wir müssen reden“ beschäftigte sich der Mammendorfer mit seinem Lieblings-Thema Reise. Damals ging es um den Ausstieg auf Zeit. Dieses Mal kommen die Langzeit-Urlauber zu Wort, die die Welt mit dem eigenen Gefährt bereisen und allerlei Interessantes und auch Amüsantes zu berichten haben.

Reiseberichte über den Kongo, Pakistan, die Seidenstraße, Afrika und Neufundland – um nur einige Beispiele zu nennen – sind in dem 300 Seiten starken Buch zu finden. Besonders begeistert haben den Mammendorfer die Berichte über die Mongolei, Pakistan und Indien, speziell der Verkehr in den Städten, wo laut den Autoren eigentlich nur eine Verkehrsregel gilt:

Hupen und Gas geben. Auch eine Packliste für die Outdoor-Küche mit Rezepten für unterwegs ist in dem Buch zu finden, ebenso Tipps zur Reiseplanung und nützliche Adressen.

Wie immer steckt auch wieder eine Menge Arbeit drin, über ein Jahr hat der 29-Jährige nach passenden Autoren gesucht, sie angeschrieben und manchmal lange auf Antwort gewartet. „Oft hatten sie kein Internet, das hat das Ganze dann schon mal in die Länge gezogen“, berichtet er. Im Herbst 2015, nachdem aus der bloßen Idee ein konkreter Plan geworden war, fing alles an. Auf den Gedanken kam er übrigens zuhause. „Das letzte Buch ging so gut weg, da wollte ich noch eines schreiben“, so Reeh. Alle Langzeit-Reisenden, die er angeschrieben hat, sagten auch zu, einen Beitrag für sein neuestes Buch anzufertigen. Und jetzt ist es veröffentlicht worden. „Es ist auch immer wieder toll, das eigene Buch dann endlich fertig in den Händen zu halten – auch beim sechsten Mal“, sagt er.

Durch seine Arbeit hat er natürlich auch Mails aus der ganzen Welt bekommen und viele Freunde gewonnen. Denn der Kontakt bleibt bestehen. Was sich auch wieder gezeigt hat, als an seinem Geburtstag plötzlich zwei Gratulanten vor ihm standen, mit denen er überhaupt nicht gerechnet hatte. Seine Mama Astrid hatte Jennifer und Peter Glas eingeladen, die in seinem neuen Buch mit ihrem Bericht über die Mongolei vorkommen. 2013 machten sich die beiden in ihrem umgebauten Unimog, Baujahr 1986, auf die Reise um die Welt. Sie dann persönlich zu treffen, war laut Reeh super: „Die sind ganz, ganz nett.“ Für ihn selbst wäre Reisen im Expedi, also im Expeditionsmobil, übrigens auch ein Thema: „Irgendwann vielleicht.“ (gog)

Das Buch

„Nächste Ausfahrt Freiheit – Langzeitreisen im Expeditionsmobil“, 300 Seiten, Engelsdorfer Verlag Leipzig, 18 Euro.

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