Alter Friedhof Olching

Bürger fordern mehr Gräber, weniger Park

Olching - „Wir haben ein Pietätsproblem“ : Das Erscheinungsbild des Alten Friedhofs in Olching sieht nicht nur Stadtrat Alfred Münch kritisch. Nun fordern die Bürger, dass die Stadt eine Entscheidung überdenkt, auf der sie seit drei Jahrzehnten beharrt.

Olching – Vor rund 30 Jahren hat der damalige Gemeinderat beschlossen, dass sich der Alte Friedhof in einen Parkfriedhof wandeln soll. Konkret heißt das, dass Gräber, die aufgelassen wurden, nicht mehr neu belegt werden. Der Friedhof sei nach dem Zweiten Weltkrieg immer wieder erweitert worden, bis es nicht mehr ging, erinnerte sich der frühere Stadtrat Georg Steer auf einer von der SPD organisierten Infoveranstaltung zu dem Thema. Zahlreiche Olchinger waren dazu ins Kolpingheim gekommen.

Steer und auch Münch hatten damals die Entscheidung mitgetragen. Mittlerweile ist ein recht unansehnlicher Fleckerlteppich von betreuten Gräbern und ungepflegten Rasenflächen entstanden. „Wir können doch nicht steuern, welche Familie ihr Grab aufgibt“, erklärte Münch. „Kein bestehendes Grab wird von der Stadt angetastet“, erklärte Bürgemeister Andreas Magg.

Beruhigen konnte das die rund 80 Besucher nicht. Sie drängten mehrheitlich darauf, den vor drei Jahrzehnten gefassten Beschluss zu überdenken. Silvia Oswald kritisierte, dass damals die Bürger nicht gefragt worden seien. Dass der Alte Friedhof mit der Zeit einen Parkcharakter erhalten soll, findet sie „als Idee ganz nett“.

Nach Oswalds Meinung könne man aber ein Grab wieder belegen, wenn zwei nebeneinander aufgelassen sind. So bestünde die Möglichkeit, dass die Angehörigen ihre Verwandten an einem Ort bestatten können. Für viele, insbesondere ältere Menschen, sei es mühsam, den Alten Friedhof und den neuen Parkfriedhof aufsuchen zu müssen, um die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen.

Dass der Alte Friedhof aufgewertet und besser gepflegt werden muss, war in der Versammlung unbestritten. Münch mahnte noch einmal Barrierefreiheit bei den Zugängen an, Landschaftsarchitekt Michael Heintz erläuterte die Gestaltungsvariationen der Außenmauer, die zusehends verfällt.

Münch stellte aber auch klar: „Wer etwas geändert haben will, muss wissen, dass es Arbeit und Geld kostet.“ Heintz verband dies mit dem Hinweis, dass eine personelle Aufstockung für die Friedhofspflege notwendig ist. Die Bauhofmitarbeiter würden ihren Job machen, so gut es eben ginge. Der derzeitige Zustand des Alten Friedhofs sei für sie am arbeitsintensivsten. „Jede Veränderung erleichtert ihnen die Arbeit.“

Die Zuhörer äußerten auch die Sorge, dass die Kosten für die Verschönerungsmaßnahmen des Areals auf die Grabgebühren umgelegt werden. Doch Bürgermeiser Magg konnte sie beruhigen: „Man kann schon definieren, was öffentliche Leistung und Aufgabe ist.“

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