Bürgerentscheid

Kottgeisering lehnt Supermarkt ab

Das war deutlich: Mit großer Mehrheit haben die Kottgeiseringer die Ansiedlung eines Discounters zwischen Altort und Kreuzackersiedlung abgelehnt.

Es waren insgesamt drei Fragen, die den 1281 Stimmberechtigten zur Entscheidung vorgelegt wurden. Der Bürgerentscheid 1 ("Einkaufen in Kottgeisering"), der sich für den Supermarkt aussprach, bekam 317 Ja- und 586 Nein-Stimmen. 47 Wahlzettel waren ungültig. Bürgerentscheid 2 ("Kein Discounter im Landschaftsschutzgebiet") zielte auf einen Erhalt der Grünfläche am geplanten Discounter-Standort ab. Hierfür stimmten 595 Bürger, nur 294 waren dagegen - bei 61 ungültigen Stimmen. Auf die Stichfrage kam es vor diesem Hintergrund zwar nicht mehr an, doch auch sie ging eindeutig zugunsten des Ortsbildes aus: 316 Stimmen für Bürgerentscheid 1 zu 622 für Bürgerentscheid 2, zwölf Stimmzettel ungültig. "Wir sind erleichtert und freuen uns sehr", sagte Sabine Seemann, eine der federführenden Discounter-Gegnerinnen, nach Bekanntwerden der Ergebnisse. "Die meisten Leute denken offensichtlich wie wir, dass diese Landschaft wirklich wunderschön ist und erhalten werden muss." Froh sind die Initiatoren von Bürgernentscheid 2 auch über die hohe Wahlbeteiligung von rund 75 Prozent und die deutlichen Mehrheitsverhältnisse. "Es ist ein ganz klares Bürgervotum - wie wir es uns gewünscht hatten." Große Enttäuschung herrschte bei Friedrich Drechsler, dem Initiatoren von Bürgerentscheid 1. "Schade, aber die Bürger haben entschieden", so sein Kommentar. Er sieht die Bürger allerdings als Verlierer, denn in seinen Augen hätte der Discounter die Nahversorgung langfristig sichergestellt. "Die Chance werden wir nicht nochmal bekommen." Bürgermeisterin Sandra Meissner freute sich über die hohe Wahlbeteiligung, die zeige, wie sehr das Thema die Bürger bewegt. Dadurch sei ein "sehr aussagekräftige Ergebnis" zustande gekommen. Das Nein des Gemeinderats zur Bauvoranfrage des Discounters Netto vor über einem Jahr wurde durch die Bürgerentscheide bestätigt. "Das zeigt, dass die Gemeinderatsmehrheit auch die Meinung der Mehrheit der Bürger vertritt", so Meissner. Nun sollen zügig die nächsten Schritte in Angriff genommen werden, um die Nahverorgung in Kottgeisering zu verbessern. Am Anfang steht eine Umfrage zum Einkaufsverhalten. Es sei möglich, dass die Fragebogen noch in dieser Woche verteilt werden, kündigte Meissner an.

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