Weg ins Berufsleben

Bürgerstiftung startet Praktikumsbörse

Fürstenfeldbruck - Ein Praktikum kann eine Brücke in die Berufswelt sein – sowohl für Flüchtlinge, als auch für einheimische Jugendliche. Doch solche Brücken fehlen momentan noch vielerorts. Das sagt Detlef Köhler.

 

Um diesem Problem zu begegnen, leitet er das Projekt Praktikumsbörse der Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck. Zum einen müsse das Angebot an Praktikumsplätzen deutlich ausgeweitet werden, erklärt Dorothee von Bary, Vorstandsvorsitzende der Bügerstiftung. „Und der Zugang für die Bewerber muss erleichtert werden.“

Rund 900 Flüchtlinge im passenden Alter

Vor allem die 19- bis 35-jährigen Flüchtlinge sollen mit Hilfe von Praktika in die Arbeitswelt und die Gesellschaft der Region integriert werden. Rund 900 Asylbewerber dieser Altersgruppe leben derzeit im Landkreis Fürstenfeldbruck. Von Bary betont jedoch, dass die Börse nicht nur auf Flüchtlinge ausgerichtet ist. Mittels einer Umfrage wird nun bis September in einem ersten Schritt der Bedarf an Praktikumsplätzen ermittelt.

Umfrage soll Bedarf klären

Dazu werden demnächst Fragebögen an alle Einrichtungen verteilt, die eng mit den Flüchtlingen zusammenarbeiten. Die Mitarbeiter der Asylhelferkreise beispielsweise wüssten oft sehr gut über die Kenntnisse und beruflichen Wünsche ihrer Schützlinge Bescheid.

Darüber hinaus appelliert die Bürgerstiftung an alle Arbeitgeber im Landkreis: Sie sollten mehr Praktika anbieten. Angesprochen sind alle Bereiche der Wirtschaft, der sozialen Berufe sowie öffentliche Arbeitgeber.

Sprungbrett in die Berufswelt

Um die Angebote leichter zugänglich zu machen, sollen die Betriebe die Stellen zudem auf der Internet-Plattform „Sprungbrett into Work“, also Sprungbrett in die Arbeitswelt, veröffentlichen. Dies sei kostenfrei und umkompliziert, sagt Dorothee von Bary.

Interessenten melden sich direkt bei Firmen

Interessenten für die Praktika können sich dann direkt auf die Inserate der Firmen im Internet bewerben. Die jeweiligen Anforderungen an die Bewerber, wie zum Beispiel Deutschkenntnisse, legen die Arbeitgeber fest. „Die Praktikumsbörse soll eine Dauereinrichtung werden“, so Köhler weiter. Um immer wieder neue Praktika vermitteln zu können, fragt die Bürgerstiftung die beruflichen Interessen der Flüchtlinge ab. Diese Daten sollen zeigen, in welchen Berufsfeldern noch Bedarf an Praktika besteht.

Ein Praktikum biete sowohl für den Arbeitgeber als auch für Praktikanten Vorteile, sagte von Bary. Beide Seiten könnten sich zuerst wenige Wochen lang unverbindlich beschnuppern. Dadurch käme möglicherweise auch ein Ausbildungs- oder gar Arbeitsverhältnis zustande. „Eine klassische Win-win-Situation“, so Dorothee von Bary weiter.  

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