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Bund Naturschutz: Wenige Mitglieder, aber viele Projekte

Eugenie Scherb bleibt weiterhin Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz (BN). „Es ist arbeitsintensiv, aber es ist schön. Mir gefällt‘s“, sagte sie bei der Mitgliederversammlung mit Wahlen.

Fürstenfeldbruck - 42 der 45 Anwesenden schenkten der ehemaligen Technischen Redakteurin ihre Stimme. Am kommenden Freitag bekommt die 64-Jährige die Ehrenamtsmedaille des Ministerpräsidenten Horst Seehofer von Landrat Thomas Karmasin. In ihren Ämtern bestätigt wurden auch der 63-jährige Diplom-Ingenieur für den Bereich Energie und Technik, Claus Ehrenberg, als erster Stellvertreter, Schatzmeisterin Herta Marke, die noch einmal vier Jahre dranhängt, sowie Schriftführerin Annette Kotzur. Nicht mehr zur Wahl stellte sich Scherbs bisheriger weiterer Stellvertreter Reinhard Gatz. Für ihn wählten die Mitglieder den Chef des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Hans-Jürgen Gulder, erstmals in den Vorstand des BN. Der Bund Naturschutz im Landkreis hat aktuell 3300 Mitglieder und 700 Förderer. Finanziell hat der Verein das Jahr 2016 mit einem Vermögen von 53 423 Euro abgeschlossen. Forciert wird künftig die Suche nach weiteren Aktiven. „Wir sind nur 280 in den elf Ortsgruppen“, sagte Scherb. Eine starke Tendenz zur Überalterung des BN sei unverkennbar.

Trotzdem seien die Mitglieder sehr aktiv. Gerade wurde eine Amphibien-Sammlung in Angriff genommen. Außerdem gibt es seit kurzem den Libellentag, künftig sollen auch verstärkt Artenkenntnis-Seminare stattfinden. Ein großes Thema sei auch der Baumschutz im Landkreis. Der Kampf um jeden Einzelnen sei jedoch „leider oft vergebens“. Auch Flächenschutz und -pflege sind laut Scherb für den BN „ein Riesenthema, aber schwer durchzubringen“. Vom größten Projekt sprach Scherb bei der Umweltbildung. Die Umweltpädagoginnen Brigitta Thema, Anke Simon und Holde Tietze-Härtl unterrichten einmal pro Woche in zwei Schulen in Puchheim Umwelt- und Naturschutz. Neben sechs Kindergruppen im Landkreis gibt es jetzt eine erste Jugendgruppe, die zusammen mit dem Gartenbauverein in Emmering gegründet wurde. Darüber freuen sich die Mitglieder. Nicht zufrieden ist der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner dagegen mit der Verkehrspolitik des Bundes und des Landes Bayern. Den 278 aufgelisteten Straßen- stünden nur 28 Schienenprojekte gegenüber. Mergner sprach beim Bundesverkehrswegeplan von einer „krassen Fehlentscheidung“. Die Erfahrung lehre, dass Umgehungen „kaum Entlastung bringen für die Orte“. Statt auf ein weiteres Wachstum des Straßenverkehrs zu setzen, müsse die Bahn gestärkt werden. 

Dieter Metzler

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