Busfahrer rettet Igel-Familie

Längenmoos/Mittelstetten - Dieser Busfahrer bremst auch für Tiere: Im kleinen Ort Längenmoos hat Georg „Girgl“ Frisch vier Igel-Junge samt Mama von der Straße gerettet.

Die Besitzer eines benachbarten Bauernhofs nahmen die ungewöhnlichen Gäste auf.

Eigentlich ist es Zufall, dass die Langeneggers sich bei der Rettung beteiligten, sagt Sabine Langenegger (25). „Ich hatte frei und meine Mutter Urlaub, deswegen waren wir gerade daheim.“ Aus nächster Nähe beobachteten die Frauen die Rettungsaktion des Linienbusfahrers.

Von Mittelstetten kommend sitzt „Girgl“ Frisch am Buslenker. Er hat die Igel auf der vielbefahrenen Dorfstraße gesehen, hält an und wartet. Doch die Tiere wollen nicht von der Fahrbahn weichen. Kurzerhand steigt der Busfahrer aus, schnappt sich eine Kiste bei den Langeneggers und sammelt die Igel ein. Dann reicht er sie über den Zaun. „Schaut‘s, dass die nicht wieder auf d’Straß laufen“, sagt er dabei. Sabine Langenegger und ihre Mutter sammeln auch die übrigen Igel ein, die neben der Straße laufen: „Wir haben sie mit Handschuhen angepackt und dann bei uns untergebracht.“

Die Igel kommen erst mal als Gäste zu den jungen Hühnern. In deren Stall bekommen sie etwas zu fressen. Die Langeneggers bereiten ihnen in einer alten Schachtel sogar ein kuschliges Schlaflager aus Stroh und Laub. Die Junghennen allerdings reagieren erstmal distanziert auf den stacheligen Besuch. Doch nachdem sich alle beruhigt haben, schlafen die Igelmama und ihre Kleinen den ganzen Tag hindurch. „Erst abends hat sich wieder etwas gerührt“, berichtet Sabine Langenegger. Am Morgen danach gibt es von den Igeln allerdings keine Spur mehr. Wahrscheinlich sind sie über den angrenzenden großen Obstgarten in Richtung der Längenmooser Flur verschwunden.

Und das ist laut Eugenie Scherb, Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, auch richtig so: „Der Igel ist ein Wildtier und gehört in die Freiheit.“ Die jungen Igel, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen bis November noch ordentlich an Gewicht zulegen. „Da erwarte ich heuer aber wenig Probleme, da wir ein warmes Frühjahr hatten. So finden die Igel jetzt noch genug Futter“, sagt Scherb.

Dass die Heimatzeitung von der Igelrettung Wind bekommen hat, liegt übrigens an Sabines Opa Anton Langenegger. Er schlug vor, die Bilder von den netten Igelchen ans Tagblatt zu schicken. Und wer weiß, vielleicht zeigen sich die Igel ja erkenntlich und schauen nochmal bei den Langeneggers rein. „Der große Obstgarten mit den vielen Büschen wäre perfekt für sie“, meint Sabine Langenegger. Nur auf die gefährliche Straße sollten sie sich nicht mehr trauen. Schließlich bremst nicht jeder Busfahrer.

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