Chorgemeinschaft inszeniert Wiener Blut mit Schülern

Fürstenfeldbruck - Jugendliche und Operette? Was sich auf den ersten Blick ausschließt, bringt die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck zusammen.

Mit einer modernen Inszenierung von „Wiener Blut“ will der Traditionsverein zeigen, dass die oft totgesagte Gattung höchst lebendig sein kann. Das Ensemble führt im Juli das Erfolgsstück von Johann Strauss mit Schülern der Brucker Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) im Stadtsaal auf.

Seit über 30 Jahren pflegt Dirigent Klaus Linkel mit der Chorgemeinschaft Operette, Musical und Oper in Fürstenfeldbruck. „Wir haben unser Publikum“, sagt Linkel. „Aber das sind genauso gesetztere Herrschaften wie wir selbst.“ Grund genug, ein Experiment zu wagen, um den Altersdurchschnitt auf der Bühne und im Saal zu senken.

Dafür hat sich die Chorgemeinschaft einen Experten geholt. Sie hat den jungen Regisseur Michael Stacheder für das Projekt gewonnen, der 2011 mit dem Chor bereits den Freischütz halbszenisch umgesetzt hat. Der Gründer und Leiter des Jungen Schauspielensembles München hat schon viele Projekte mit Schülern gemacht und weiß, wie er sie mitreißen kann. Nach einer Vorstellung des Projekts in der FOS/BOS meldeten sich gleich ein paar Elftklässler, die mitmachen wollten. „Das hat uns sehr gefreut, aber auch sehr überrascht“, sagt Linkel. „Mit so spontaner Begeisterung hatten wir nicht gerechnet.“

Neben einer Handvoll Schülern, die auf die Bühne wollen, wirken einige hinter den Kulissen mit. Zudem malt eine Klasse im Kunstunterricht Bilder, die als Requisiten für die Anfangsszenen verwendet werden. Eine andere Klasse kümmert sich ums Marketing und findet heraus, wie sie das Stück in sozialen Netzwerken oder mit anderen modernen Mitteln bekannt machen kann.

Für die Chorgemeinschaft ist „Wiener Blut“ die erste durchgängig szenisch aufgeführte Operette. Und sie soll alles andere als altbacken daherkommen. Stacheder versetzt das Geschehen des Werks von 1899 ins Jahr 1914, um an den Ausbruch des ersten Weltkriegs vor 100 Jahren zu erinnern. Erzählt wird - trotz operettenhafter Leichtigkeit - von einer Gesellschaft, die wissend ihrem Untergang entgegengeht. Für ein modernes Bühnenbild mit Lichteffekten sorgt Aylin Kaip. (mb)

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