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Christa Spangenberg zieht sich nach 42 Jahren aus der Kommunalpolitik zurück. Langweilig wird ihr nicht werden – sie kann sich jetzt verstärkt der Arbeit in ihrem Garten widmen.

30 Jahre im Gemeinderat

Sie kämpfte für ein grünes Gröbenzell

Christa Spangenberg hat den Gemeinderat verlassen. Ein „Urgestein“, wie Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) die 80-Jährige bei ihrer Verabschiedung liebevoll bezeichnete.

Gröbenzell – 1978 war Christa Spangenberg zum ersten Mal in das kommunale Parlament eingezogen. 30 Jahre später aber verließ sie es zum ersten Mal. 2016 rückte sie dann noch einmal ein, um sich jetzt im Alter von 80 Jahren wohl endgültig zu verabschieden.

Begonnen hatte Christa Spangenberg ihre politische Arbeit bei der örtlichen CSU. Die Chemikerin und Mutter von sechs Kindern hatte sich in den 1970-er Jahren für eine Veranstaltung der Frauen Union interessiert. Der damalige Bürgermeister Eicke Götz berichtete den Frauen vom politischen Geschehen Gröbenzells. Und auf dieser Veranstaltung wurde die damalige Vorsitzende der Frauen Union und spätere Wehrbeauftragte, Claire Marienfeld, auf Spangenberg aufmerksam.

Engagement begann im Elternbeirat

Engagiert war Christa Spangenberg damals bereits als Elternbeiratsvorsitzende im katholischen Kindergarten und als Elternbeirätin in der Ährenfeldschule. Claire Marienfeld konnte sie dann dazu motivieren, sich auch politisch zu engagieren und für den Gemeinderat zu kandidieren. 1978 zog Spangenberg in das Gremium ein.

Ihr Einsatz für die Natur, für ein grünes Gröbenzell, für den Erhalt der Bäume und des Gartenstadtcharakters brachte ihr nicht nur Freunde. Selbst ihre Kinder bekamen dies immer wieder zu spüren, wenn Eltern ihrer Freunde über sie schimpften. Für Gröbenzell aber hat sie im Laufe ihrer Arbeit viel erreicht. Sie beantragte, dass die Gemeinde einen Umweltreferenten einstellt. Sie regte in den 80-er Jahren an, den evangelischen Kindergarten an der Bernhard-Rößner Straße auf Asbest zu untersuchen – ein Verdacht, der sich bestätigte, das Gebäude wurde abgerissen und neu gebaut.

Nach Reaktorunglück setzt sie sich für sichere Spielplätze ein

Sie hat sich nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl dafür eingesetzt, dass der Sand auf den Spielplätzen der Gemeinde gemessen und ausgetauscht wurde, sie hat sich mit dafür stark gemacht, dass die Gemeinde eine Agenda 21 bekommt. Und so mancher Baum verdankt ihrem Engagement sein Leben.

Christa Spangenberg war aber nicht nur im Gemeinderat aktiv – sie war jahrelang Orts- und Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz.

Sie wurde für ihr Engagement aber nicht nur kritisiert, sondern bekam auch viel Anerkennung. Bei der Gemeinderatswahl 1990 erhielt sie 1000 Stimmen mehr als ihr damaliger Fraktionskollege Walter Strauch. Doch in der CSU fühlte sie sich wenig später nicht mehr zu Hause, gemeinsam mit ihrem Fraktionskollegen Hans Schmid verließ sie die Fraktion und gründete wenig später die UWG.

Einmal bewarb sie sich selbst um das Bürgermeisteramt

1992 kandidierte sie dann für die UWG für das Amt der Bürgermeisterin und dies mit großem Erfolg. Zwar gewann der damalige Amtsinhaber Bernd Rieder die Wahl, doch 12,8 Prozent der Wähler gaben Christa Spangenberg ihre Stimme.

Im Jahr 2008 wollte sie sich aus der Gemeinderatsarbeit zurückziehen, es drohte das Ende der UWG. Auf Vermittlung von Martin Runge (Grüne) aber lernte sie damals den heutigen Bürgermeister Martin Schäfer kennen, ein Mann, der ihr bis dahin völlig unbekannt war. Schäfer zog dann als einziger für die UWG in den Gemeinderat ein.

Nach 30 Jahren im Gemeinderat ist nun Schluss

Mit der Arbeit Schäfers im Gemeinderat war sie aber gar nicht einverstanden. Dass Schäfer zum Gewerbereferenten wurde und, wie sie annahm, seinen Schwerpunkt nicht in der Ökologie sah, gefiel ihr nicht. 2014 setzte sie sich daher bei der Bürgermeisterwahl für die Wahl des grünen Kandidaten Daniel Holmer ein und kandidierte selber auf der Liste der Grünen für den Wiedereinzug in den Gemeinderat. Im ersten Anlauf war dies zwar nicht von Erfolg gekrönt, doch 2016 rückte sie für den ausscheidenden Markus Rainer erneut in das Gremium ein, allerdings ohne Mitglied der Grünen zu werden.

Nun aber ist wohl endgültig Schluss mit der Gemeinderatsarbeit. Langweile aber fürchtet die 80-Jährige nicht, sie ist mittlerweile Großmutter von sechs Enkeln, liest sehr gerne, arbeitet begeistert in ihrem Garten und hofft, dass die Gefahr durch Corona bald vorüber ist, denn sie reist auch sehr gerne. Der Name Spangenberg ist aber auch in dieser Legislaturperiode im Gemeinderat vertreten, und zwar erneut in der Fraktion der UWG, Christa Spangenbergs Tochter Karin ist für die Unabhängige Wählergemeinschaft in das Gremium eingezogen.

Weitere Nachrichten aus Gröbenzell finden Sie hier.

Susanne Schwind

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