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Machen gute Miene zum bösen Spiel: Robert Stampfl (oben, l.) und sein Kompagnon Michael Büchner (r.) haben wie von der Stadt gefordert die neuen roten Bruck-Tassen gekauft. Allerdings haben sie in ihrem Standl keinen Wasseranschluss, um sie zu spülen.

Verkäufer nicht begeistert

Tassen-Zwang am Christkindlmarkt

Fürstenfeldbruck - Seit diesem Jahr gibt es am Christkindlmarkt eigene Bruck-Tassen. Das Stadtmaskottchen als Engerl ziert den roten Becher. Doch nicht alle freuen sich über die Neuerung. Vor allem, weil nicht jeder Stand einen Wasseranschluss hat.

Fürstenfeldbruck – 360 der roten Tassen für insgesamt rund 800 Euro hat Robert Stampfl für den diesjährigen Christkindlmarkt angeschafft. Vorher gab es bei ihm recyclebare Einwegbecher. Zum Kauf wurden alle Standlbesitzer, die Flüssiges ausschenken, von der Stadt verpflichtet. Auch die, die schon Tassen im Angebot hatten. „Natürlich darf jeder Stand die alten Mehrwegtassen weiterverwenden“, heißt es auf Tagblatt-Anfrage in einer schriftlichen Stellungnahme der Stadt. Langfristig sollen sich die Mehrwegtassen auf dem Markt durchsetzen. Das sei das gemeinsame Ziel der Verwaltung und der Glühweinstandbetreiber.

Bereits Anfang des Jahres hatte der zuständige Ausschuss beschlossen, dass es am Viehmarktplatz nur noch Mehrwegbecher geben dürfe. Eine örtliche Produktionsfirma hat die von der Stadt entworfenen Tassen dann im Sommer produziert.

Tassen springen schnell

Doch mit den roten Gefäßen ist Stampfl, der am Viehmarktplatz unterschiedliche Sorten Glühwein ausschenkt und Würstl verkauft, nicht zufrieden. Sie würden schnell abkühlen und springen, sagt er. Für nächstes Jahr wolle er deshalb ein Gerät kaufen, dass die Tassen vor dem Ausschenken anwärmt.

Doch seine größte Sorge ist eine andere: das Spülen. Nur ein Stand am Viehmarktplatz hat einen eigenen Wasseranschluss. Die übrigen Verkäufer müssen die Tassen an der Spülstation waschen, die die Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt hat. „Wir sind nur zu zweit. Ich kann nicht im laufenden Geschäft zum Spülen gehen“, erklärt Stampfl. Deshalb habe er Tassen auf Vorrat gekauft. Doch auch das ist problematisch, denn die Hütten sind nicht gerade groß. Am Ende des Abends nimmt Stampfl dann seine Tassen mit und wäscht sie mit der Industrie-Maschine eines Kollegen.

Pfand-System ein Manko

Ein weiteres Manko sieht Stampfl im Pfand-System. Kollege Manfred Eckl, der an dem runden Glühweinstand hinter dem Ausschank steht, stimmt ihm zu. Die Verkäufer bemängeln, dass sie für die Bruck-Tassen drei Euro Pfand verlangen müssen. Für die alten Tassen dagegen gilt das nicht. „Wenn die Kollegen nur zwei Euro verlangen, will natürlich keiner die teurere Variante“, sagt Stampfl. Eckl, der auch eigene Tassen hat, meint, die Besucher würden die Brucker Variante meiden. Bei ihm gibt es zwei Preise. Für seine eigenen Tassen verlangt er wie immer zwei, für die Brucker Becher wie von der Stadt gefordert drei Euro Pfand. „Wir haben zwar ein Info-Schild, aber das muss man den Leuten auch erstmal erklären“, sagt er. Deshalb hat Eckl, der seit mehr als 30 Jahren dabei ist, die Befürchtung, dass die Neuerungen zum Ladenhüter werden. Von Seiten der Stadt heißt es, die drei Euro seien auf Wunsch der Glühweinstände festgelegt worden. (Verena Usleber)

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