Corona-Tests ohne Symptome können ausgeweitet werden
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Corona-Tests ohne Symptome werden ermöglicht.

Fürstenfeldbruck

Corona-Tests für alle: Das sagen Ärzte dazu

Seit Mittwoch kann sich jeder in Bayern kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Ärzte im Landkreis sehen die Offensive der Landesregierung mit gemischten Gefühlen. Einige halten den Schritt für wenig sinnvoll. Andere versprechen sich neue Erkenntnisse über das Virus.

Fürstenfeldbruck – „Der Freistaat könnte sein Geld besser ausgeben“, sagt eine Sprecherin des Hausärzte-Zentrums Rothschwaiger Straße in Fürstenfeldbruck. Sie hält die Tests für jedermann für wenig zielführend. Trotzdem werden sie auch in der Praxis im Brucker Westen durchgeführt. Einfach vorbeischauen und sich testen lassen, ist allerdings nicht möglich.

Ein Corona-Test ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Im Moment habe man genügend Testkits, so die Sprecherin. Sollte es einen größeren Ansturm geben, könnten diese aber knapp werden.

Der Anti-Körpertest

Die Puchheimer Hausärztin Dr. Claudia von Loh verspricht sich von der neuen Testmöglichkeit hingegen neue Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus. „Je mehr wir wissen, desto besser“, sagt die Medizinerin. In der Puchheimer Praxis sind auch so genannte Antikörper-Tests möglich. Die bezahlt allerdings nicht der Freistaat. Sie kosten den Patienten 23 Euro. „Und man muss sich Blut abnehmen lassen“, erklärt die Ärztin.

Der Sprecher des Ärztlichen Kreisverbands, Dr. Andreas Forster, weist auf die Bedeutung einer fundierten Aufklärung der Patienten hin. Er befürchtet etwa, dass sich Negativ-Getestete in falscher Sicherheit wiegen könnten. Der Radiologe verspricht sich von der neuen Testmöglichkeit vor allem Erkenntnisse über das Virus im Allgemeinen und für kommende Pandemien. Zweifel hat Forster besonders an der Vorbereitung der Testaktion seitens des Freistaates. Er geht davon aus, dass viele Menschen das Angebot in Anspruch nehmen werden.

Dass längst nicht jeder Hausarzt die Tests durchführt, darauf macht Axel Heise, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), aufmerksam. Einige Mediziner gehörten selbst zur Risikogruppe.

Heise weist darauf hin, dass die Ärzte die Corona-Tests freiwillig durchführen würden. Eine Verpflichtung seitens der KVB gebe es nicht. Deshalb solle jeder, der sich testen lassen will, zuvor bei seinem Hausarzt anrufen und klären, ob die Tests dort möglich sind. Jetzt müsse man schauen, wie das Angebot angenommen werde. „Vieles ist dabei Neuland. Aber wir haben in den vergangenen Monaten ja sehr viel Neuland betreten.“ 

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