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Der Hydrant steckte in der Öffnung rechts unten im Bild.

Nach Crash mit Hydrant: Frau verklagt Gemeinde

Mammendorf - Es passierte beim Ausparken: Eine Mammendorferin rammte einen provisorisch aufgestellten Hydranten. Nun streiten die Frau und die Gemeinde um Schadenersatz.

Als sie am Morgen des 15. Juli vorigen Jahres zur Arbeit fahren wollte, wurde die Verwaltungsangestellte (54) beim Ausfahren aus der heimischen Garage in die Bürgermeister-Gantner-Straße jäh gestoppt. Sie fuhr auf einen provisorischen Hydranten auf und beschädigte dabei ihren Stoßfänger. Der Schaden am Auto: rund 1100 Euro. Diesen Schaden will die Frau von der Gemeinde ersetzt haben. Doch die sieht die Sache genau anders herum. Die Autofahrerin sei zum Schadenersatz verpflichtet, weil am Hydranten ein Schaden von rund 600 Euro entstanden sei – ein ungewöhnlicher Fall der Verkehrssicherungspflicht.

Weil es nicht möglich gewesen sei, sich mit der Gemeinde gütlich zu einigen, habe sie jetzt klagen müssen, gab die Frau gestern vor dem Landgericht München II an. Als sie nach dem Zusammenstoß ausstieg, habe sie einen Schlauch aus der Straße ragen sehen, daneben sei ein Hütchen aufgestellt gewesen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen unterirdischen Hydranten, der mit einem Standrohr samt Schlauch versehen war.

"Ich fuhr ganz vorsichtig!"

Die Mammendorferin betont: „Ich fahre sehr vorsichtig aus der Garage. Aber es war mir nicht möglich, das vorher zu erkennen.“ Sie mutmaßte, dass sie das Hütchen wohl nicht gesehen habe, weil es der Sturm in der Nacht umgeweht hatte.

Der Richter schlug eine gütliche Einigung vor. Doch die scheiterte. Der Anwalt der Mammendorferin schlug eine Aufteilung der Kosten von 50 zu 50 vor. Doch die Anwältin der Gemeinde Mammendorf, Nicole Tassarek-Schröder, lehnte ab. „Nein. Ich kann noch nicht mal sagen, ob die Gemeinde auf die Regulierung des Schadens am Wasserrohr verzichtet.“ Ihrer Ansicht nach müsse der Autofahrer schauen, ob Hindernisse hinter ihm sind. Außerdem sei der Hydrant samt Warnhinweisen schon am Vortag aufgestellt worden. „Sie muss es gesehen haben.“

Der Hydrant war aufgestellt worden, weil der Bauhof einen Spielplatz angelegt und eingesät hatte – und der musste bewässert werden, stellte sich vor Gericht heraus. Die Arbeiter hätten das Standrohr aufgestellt und mit einer 40 Zentimeter großen Pylone neben dem Rohr sowie zwei Warnbaken gesichert, so der Bauhofleiter. „Wenn es keine Spielstraße wäre, hätten wir die Stelle besser abgesichert. Aber am Ende dieser Straße ist kein Verkehr.“

Eine Mitarbeiterin des Bauamtes nahm an jenem Morgen den Anruf der Frau entgegen: Dabei habe die 54-Jährige gesagt, dass sie den Hydranten am Vorabend gesehen, morgens aber nicht mehr dran gedacht habe. Die 54-Jährige bestreitet das. Das letzte Wort hat nun der Richter. Er will in rund vier Wochen entscheiden.

Nina Gut

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