Markus Droth will in Bruck mehr Platz für kleinere Betriebe schaffen.

Auf Initiative des Marktreferenten

CSU will Gewerbehof für kleine Betriebe

Die CSU will mehr Raum für kleine und mittlere Betriebe schaffen. Das Ziel: höhere Gebäude und Gewerbehöfe. Der Antrag von Marktreferent Markus Droth lässt dennoch einige Stadträte ratlos zurück.

FürstenfeldbruckMarkus Droth hatte im Namen der CSU-Fraktion den Antrag gestellt: In Zukunft soll eine Verdichtung mit mehreren Geschossen Leitbild in Fürstenfeldbruck sein. Außerdem solle man das Thema Gewerbehöfe in Angriff nehmen. Entweder die Stadt werde hier selbst tätig oder schaffe Anreize für private Investoren. Das Problem im zuständigen Kultur- und Werkausschuss war aber, dass niemand Näheres zu diesen Forderungen sagen konnte. Denn Droth selbst war in der Sitzung nicht anwesend.

Was der Antragsteller mit der Verdichtung gemeint hat, blieb offen. „Heißt das, dass jeder mindestens drei Geschosse hoch bauen muss?“, fragte etwa Klaus Wollenberg (FDP). Die CSU-Fraktion musste ebenfalls passen. Man habe sich dazu nicht eingelesen, mussten die Stadträte bekennen.

Rätselraten gab es auch über den Flächenbedarf von kleinen und mittelgroßen Betrieben wie Handwerkern in der Großen Kreisstadt. „Haben wir einen Bedarf?“, wollte BBV-Fraktionschef Tomy Beer von Aliki Bornheim wissen, die die Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung betreibt. In den vier Jahren ihrer Tätigkeit sei die Nachfrage hier relativ gering, sagte Bornheim. Da werde viel unterein-ander geregelt, was Betriebsflächen angehe.

Unterstützt wurde Droths Ansinnen aber von Jan Halbauer (Grüne). Die Forderung nach höheren Gebäuden sei sinnvoll, meinte er. So werde der zunehmenden Versiegelung von Flächen etwas entgegengesetzt.

Für etwas Klarheit konnte zumindest Rudolf Boneberger sorgen. Der Geschäftsführer der Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrums GmbH berichtete über die sieben Immobilien, die in München bereits existieren. Die Landeshauptstadt schafft hier günstige Flächen für Gewerbe, das aus der Innenstadt verdrängt wird. Der laute Schlosser im Hinterhof konkurriere viel zu oft mit dem schicken Architekturbüro, erklärte Boneberger. „Sie bieten in den Gewerbehöfen Flächen an, die am freien Immobilienmarkt nicht angeboten werden.“ Im größten Gewerbehof im Westend sind mehr als 140 Betriebe untergebracht. Boneberger betonte, dass man bei einem solchen Modell aber sehr genau auf die Probleme vor Ort schauen müsse. „Eine reine Übernahme eines Münchner Modells ist sicherlich nicht sinnvoll.“

Georg Jakobs (CSU) schlug vor, die Abstimmung über den Antrag zu verschieben. Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) bat trotz offener Fragen zum Votum, Fast alle Stadträte stimmten dem Ansinnen Droths letztendlich auch zu. Ihre Begründung: Der Antrag tue schließlich niemanden so richtig weh und für die Errichtung eines eigenen Gewerbehofes habe die Stadt sowieso kein Geld. Was aus dem Thema Gewerbehöfe wird, bleibt also erst einmal offen. (fd)

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