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Seit 23 Jahren wacht Siegfried Broschei über die Urnen in der Kleinfeldschule Germering. 

Bundestagswahl

Damit beim Kreuzerlmachen alles klappt

Ohne sie hätte es die Demokratie schwer. Tausende Wahlhelfer sorgen am 24. September dafür, dass die Stimmen der Bürger dort landen, wo sie hingehören. Siegfried Broschei aus Germering ist ein alter Hase an der Urne – für ihn ist es bereits die 25. Abstimmung.

Landkreis – Wann immer die Germeringer über etwas abstimmen dürfen, ist Siegfried Broschei mit von der Partie. Bürgerentscheid, Kommunalwahl, Land- oder Bundestagswahl: Seit 23 Jahren wacht der gebürtige Berliner über die Urnen in seinem Wahllokal in der Kleinfeldschule.

Zum ersten Mal dabei ist Wahlhelferin Michaela Landmann aus Mammendorf. Damit sie sich am Sonntag voll auf ihre Aufgabe konzentrieren kann, hat die 19-Jährige selbst ihre Stimme per Briefwahl abgeben. 

Da wundert es nicht, dass der 73-Jährige der Bundestagswahl am 24. September mit der Gelassenheit eines Buddhas entgegenblickt. Nervosität? „Ach woher denn!“ Dabei ist sich Broschei der Bedeutung seiner Aufgabe durchaus bewusst. „Ohne Wahlhelfer hätte es die Demokratie schwer“, sagt er. Doch auch Broschei musste erst 50 Jahre alt werden, bis er zum Wächter über die Stimmzettel wurde. In den frühen 1990er Jahren wurde er von einem Bekannten gefragt, ob er denn nicht einmal bei der Wahl mithelfen wolle. Seitdem steht er regelmäßig an der Urne – zuerst als Beisitzer mittlerweile als Wahlvorsteher.

Auf sein Team, mit dem er seit Jahren arbeitet, ist Broschei stolz. Und ein wenig Ehrgeiz schwingt schon mit, wenn der Präsident des SV Germering über seine Wahlhelfer-Mannschaft spricht. „Wir sind immer mit die schnellsten bei der Übermittlung unserer Ergebnisse“, verkündet der 73-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht.

Bis es aber so weit ist, liegt vor Broschei und seinem Team bei jeder Wahl eine Menge Arbeit. Wahlberechtigungen kontrollieren, Wahlzettel ausgeben, die Urnen im Auge behalten, Stimmen auszählen: Vor allem Letzteres sorgt bei den Wahlhelfern auch für Erheiterung. „Die Leute sind manchmal recht kreativ, wenn es darum geht, die Stimmzettel ungültig zu machen.“ Da wird gekritzelt, gekrakelt und gemalt – und immer wieder kommt es vor, dass gar nichts angekreuzt ist. „Da fragt man sich schon, warum die überhaupt kommen“, sagt Broschei mit einem Schmunzeln. Eingreifen müssen die Helfer auch bei politischen Diskussionen im Wahllokal. Die sind nämlich tabu. „Das können die draußen machen“, sagt Broschei. Eingreifen müsse er aber nur selten. Ein paar Wahlen will der 73-Jährige noch mitnehmen. „Mal sehen, wie lange ich noch mitmache. Ich will den Jüngeren ja nicht im Weg sein.“

Und die stehen schon in den Startlöchern. So wie Michaela Landmann, 19 Jahre jung, Verwaltungsfachangestellte im Brucker Rathaus und zum ersten Mal bei einer Wahl dabei. Dass sie als städtische Angestellte zur Wahlhilfe verpflichtet ist, stört die Mammendorferin nicht. „Ich würde es auch so machen“, sagt Landmann. Denn auch wenn sie sich erst seit ihrer Zeit im Rathaus aktiv mit Politik beschäftigt, weiß sie: „Wir können uns glücklich schätzen, in einer Demokratie zu leben und wählen zu dürfen.“

Engagement ist für die 19-Jährige selbstverständlich. So hilft die junge Frau auch regelmäßig am Stand der Stadt beim Altstadtfest mit, verteilt Flyer, beantwortet Fragen oder gibt Essensmarken aus. Auf ihren Einsatz als Wahlhelferin freut sich die Mammendorferin schon. Als Beisitzerin im Wahllokal im Seniorenwohnheim in der Buchenau ist sie von 12 bis 18 Uhr für einen reibungslosen Ablauf der Wahl verantwortlich. Anschließend werden die Stimmen ausgezählt.

Ihre eigene Stimme hat die 19-Jährige Verwaltungsfachangestellte übrigens bereits per Briefwahl abgegeben. Leicht sei ihr das nicht gefallen. „Ob es die richtige Wahl war, wird sich zeigen.“

von Tobias Gehre 

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