Amnesty International

Darum bleiben sie dem Bücher-Markt treu

Fürstenfeldbruck - Riesen-Bücherflohmärkte, die ganze Turnhallen oder Stadtsäle füllen, und der Trend zum E-Book – all das macht es kleineren Flohmärkten nicht leicht. Einer, der trotzdem seit Jahren der übermächtigen Konkurrenz die Stirn bietet, ist der von Amnesty International. Und seine Fans halten ihm die Treue.

Wer sich die Bücherkisten beim traditionellen Amnesty-Markt genauer ansehen will, muss vorsichtig sein. Weil so viele Bücher angeboten werden, sind die Gänge zwischen den Biertischen im Haus 10 nicht gerade breit. Schnell stoßen Taschen und Rucksäcke gegen die vielen Pappkartons, die das Team von Amnesty International Fürstenfeldbruck und Dachau gestapelt hat.

Nach Themen sortiert präsentieren sich so Liebesgeschichten, Reiseführer, Fachliteratur und vieles mehr. Wie viele Bücher es genau sind, kann Mitorganisator Peter Rapp (55) nicht sagen. „Aber es dürften etwa zwölf bis 14 Tonnen sein, vorsichtig geschätzt“, erklärt der Brucker stolz. Alle Spenden würden schon am ersten von drei Tagen Flohmarkt angepriesen. Die Gruppe freut sich über jedes Werk, das die Besucher mitnehmen.

Aber für Rapp ist der Bücherflohmarkt weit mehr als nur eine Verkaufsveranstaltung. Während er herumschlendert, Fragen beantwortet und kassiert, kommt er mit den Leseratten ins Gespräch. Dann plaudert der 55-Jährige gerne mit den Gästen, mit weit ausladenden Gesten spricht er über Literatur und Musik oder was die Besucher sonst interessiert. Rapp macht seinen Job gerne, gerade weil er hier nicht als Dienstleister, sondern als Person wahrgenommen wird. „Dieses Ambiente mag ich sehr gerne.“ Deshalb schätzt er es, dass der Bücherflohmarkt mit den drei mittelgroßen Räumen auch eher klein und familiär ist.

Auch Gerd Schneider lässt sich beim Stöbern von den vielen Buchrücken inspirieren. Besonders sprechen ihn Reiseführer an, aber auch Kinderbücher für die Enkel schaut er sich genauer an. Er ist froh, dass der Markt nicht größer ist. Ihm reichen die drei Räume mit den vielen Kisten auf Bierbänken und dem Boden vollkommen aus. Sonst würde das Schmökern ja noch länger dauern.

Ein paar Kisten weiter hat Silke Bender es sich auf einer Bierbank gemütlich gemacht, um in Ruhe durch die dünnen Bastelbücher zu blättern. Sie findet es gut, dass der Basar nicht größer ist. „Sonst würde ich ja noch mehr kaufen“, sagt sie. Denn obwohl sie auf der Suche nach bestimmten Genres ist, findet sie doch immer einiges an Lesestoff, den die Bruckerin dann nach Hause tragen muss: Handarbeitsanleitungen, Wirtschafts- und Gesellschaftskritisches sind bei ihr besonders begehrt. Weil die Auswahl an derartiger Nischen-Literatur aber mittlerweile geringer ist, muss die 53-Jährige in diesem Jahr noch genauer hinsehen. Und es loht sich: Sie hat einige schmale Hefte aus der Kiste zu ihren Füßen herausgenommen und auf ihren Schoß gelegt – die wird sie später für ein paar Euro kaufen.

Weniger fokussiert wühlt sich Alexa Bornfeth durch die Kisten. Die 18-Jährige war zuletzt als Kind auf dem Bücherbasar. Sie kann sich noch genau erinnern, wie sie damals zehn Jugendromane mit Enid Blytons Hanni und Nanni gekauft hat. In den vergangenen Jahren ist sie dann viele Kinder- und Jugendbücher wieder losgeworden, indem sie sie an Amnesty International gespendet hat. „Ich finde das toll. Man kann hier Bücher billig kaufen und das alles ist auch noch für einen guten Zweck“, sagt die Schülerin. Zur Zeit liest sie vor allem Krimis, deshalb ist sie gespannt, ob sie ein paar neue spannende Fälle findet. Wenn sie aber ein ganz anderes Werk anspricht, nimmt sie das als neue Inspiration auch gerne mit. Denn wie für die meisten Besucher gilt auch für die Bruckerin: Auch auf der Suche nach etwas Bestimmten regt so ein Basar doch auch immer dazu an, Neues zu entdecken.

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