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Die Hexe.

Denkmalschutz könnte „Die Hexe“ retten

Gröbenzell – Die Nachricht, dass das Grundstück, auf dem „Die Hexe“ steht, verkauft werden soll, hat in der Gemeinde für Aufregung gesorgt. „Das hat uns kalt erwischt; wir sind not amused“, sagt Peter Falk (SPD).

Die potentiellen Käufer hatten Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) ihr Vorhaben mitgeteilt. Ein Vorkaufsrecht der Gemeinde besteht laut Runge nicht.

Erwerben will das Grundstück an der Kirchenstraße eine Wohnbaufirma aus Germering. Diese hat auch bereits die benachbarte Apotheke gekauft. Ihren Namen will die Firma vorerst nicht öffentlich genannt wissen.

Für beide Grundstücke besteht seit Jahren ein Bebauungsplan, Wohn- und Geschäftshäuser sind vorgesehen. Für das knapp 1000 Quadratmeter große Areal der alten Apotheke hat der Bauausschuss auch bereits sein Einvernehmen für einen Neubau erteilt. Der Antrag sah ein Wohn- und Geschäftshaus mit zehn Wohnungen, zwei Gewerbeeinheiten und eine Tiefgarage vor. Ob das Vorhaben nun aber tatsächlich so umgesetzt wird, ist fraglich. Denn wie einer der Eigentümer der Wohnbaugesellschaft einräumt, ist für das Hexe-Grundstück langfristig eine Neubebauung geplant. Er hält es für das Beste, beides gemeinsam zu bebauen. Dazu möchte er für beide Grundstücke ein neues Konzept erstellen lassen.

In naher Zukunft wird sich wohl noch nichts ändern. Der Pachtvertrag für „Die Hexe“ läuft bis 2019, zudem leben in dem Haus mehrere Mieter.

Einzelne Gemeinderäte könnten sich vorstellen, für das Gebäude Kirchenstraße 2, also das der Hexe, ein Denkmalschutzverfahren einzuleiten. Falk hofft auf eine interfraktionelle Initiative. Auch Martin Runge (Grüne) ist überzeugt: „Das Gebäude ist für die Ortsgeschichte der Gemeinde nicht unwichtig.“ 1927 war es mit einem großen Saal als Bahnhofswirtschaft erbaut worden. So mancher Verein ist später dort aus der Taufe gehoben worden. 1953 hatte der damalige Innenminister Wilhelm Hoegner auf der Terrasse der Wirtschaft gesessen und die Feierlichkeiten zur Gemeindegründung ein Jahr zuvor verfolgt. Später tagte so manches Mal der Gemeinderat in dem Lokal.

Auch Kulturreferent Klaus Coy (FDP) würde ein Denkmalschutzverfahren begrüßen. Er kennt die Bahnhofsgaststätte bereits seit Jahrzehnten, hat Hoegner auf deren Terrasse sitzen sehen. Allerdings ist Coy angesichts der Bausubstanz des Gebäudes skeptisch, ob das Verfahren Erfolg hätte.

Der Vorsitzende der Gröbenhüter, Rudolf Ullrich, will sich derzeit nicht dazu äußern, ob das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden soll oder nicht. Zuvor müssten sich Vorstand und Beirat der Gröbenhüter mit dem Thema beschäftigen. Er persönlich würde einen Abriss aber sehr bedauern.

Schon einmal gab es Denkmalschutz-Verfahren

Anfang der 1990er-Jahre – damals stand der Abriss des Hauses zur Debatte – war schon einmal ein Denkmalschutzverfahren im Raum gstanden. Auf Initiative der damaligen Kulturreferentin Ellen Schlüter-Weiß (Grüne) hatte der damalige Kreisheimatpfleger Alexander Zeh das Gebäude begutachtet. Das Verfahren verlief dann aber im Sande.

Auch die SPD hatte sich seinerzeit sehr für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt. Sie hatten damals sogar den Ankauf des Grundstücks durch die Gemeinde beantragt, waren aber äußerst knapp, bei einem Abstimmungspatt, gescheitert. Das bedauert Falk noch heute sehr. Er ist überzeugt, dass mit dem damaligen Saal die alte Bahnhofwirtschaft als Kulturhaus hätte passen können. Und er kritisiert: „Jetzt rächt sich die kurzsichtige Politik des damaligen Bürgermeisters Bernd Rieder.“  

sus

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