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Entsetzte Anwohner

Deutsche Bahn holzt kräftig ab

Türkenfeld – Mit Entsetzen schauen viele Anwohner der Ammersee- und der Aresinger Straße derzeit auf die Bahnlinie vor ihrer Haustür.

Dort sind die Gehölze beiderseits der Schienen zurückgeschnitten worden – und zwar massiv. Experten beruhigen jedoch: Die Maßnahme sei aus Sicherheitsgründen notwendig gewesen, und bald soll auch der Anblick wieder schöner sein.

Auch vor Türkenfeld hat das Eschentrieb-Sterben nicht Halt gemacht. Von den zahlreichen Bäumen auf der Böschung entlang der Bahn mussten betroffene Exemplare entfernt werden. Einige der Eschen seien außerdem durch Faulstellen oder sonstige Verletzungen instabil gewesen, heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Bahn, die die Gemeinde auf ihrer Homepage veröffentlicht hat. Auch wurde der Mindestabstand zu den Oberleitungen offenbar nicht mehr eingehalten. Damit keine Bäume auf die Leitungen, Schienen oder Straßen stürzen, sei der Rückschnitt dringend notwendig gewesen – zumal die Bahn ihre Verpflichtung zum Rückschnitt „jahrelang etwas locker gesehen“ habe, wie Petra Heber von der Unteren Naturschutzbehörde sagt.

Wenn Äste durch Sturm oder Schneelast abbrechen und die Oberleitung beschädigen, „dann liegt die ganze S 4 brach“. Aufgrund des zu dichten Bewuchses hätten außerdem etliche Bäume entfernt werden müssen, die aus Platzmangel als „dünne Stangerl“ steil nach oben geschossen seien. Was die Optik betrifft, betont die Bahn, habe man darauf geachtet, die „Heckenstruktur“ zu erhalten. Und sie macht Hoffnung auf das Frühjahr. „Durch das starke Austreiben der geköpften Bäume wird sich das aktuelle Bild in der kommenden Vegetationsperiode deutlich harmonisieren.“

Bürgermeister Pius Keller wäre es trotzdem lieber gewesen, der Rückschnitt wäre weniger brachial erfolgt. „Ich bin nicht glücklich damit, aber ich konnte es nicht ändern.“ Er habe zwar vor Ort mit den Arbeitern gesprochen, doch diese hätten sich auf die Anweisungen der Bahn berufen. Eine Genehmigung der Gemeinde braucht die Bahn für die Gehölzpflege nicht. „Das ist wie bei jedem privaten Grundstücksbesitzer, der seine Hecke zurückschneidet – darauf hat die Gemeinde ja auch keinen Einfluss.“ 

Ulrike Osman

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