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Paketdienst

DHL-Mitarbeiter stehlen reihenweise Handys

Mitarbeiter eines Paketdienstes haben im vergangenen Jahr 21 Handys im Wert von 15000 Euro gestohlen. Sie machten sogar noch weiter, als sie schon gefeuert waren.

Germering – Die beispiellose Diebstahlserie begann im September. Immer wieder meldeten sich erboste Kunden bei dem Germeringer Paketdienstleister, die vergeblich auf ihre bestellten Smartphones gewartet hatten. Der Polizei war schnell klar, dass ein System hinter den Diebstählen steckt.

Eine Ermittlerin überprüfte die Personalliste des Unternehmens. Dabei stellte sie fest, dass die Serie ihren Lauf nahm, als drei Ungarn– zwei davon 33, einer 42 Jahre alt – im September ihren Dienst bei der Firma antraten. Diese arbeiteten entweder als Ausfahrer oder im DHL-Paketzentrum – und hatten stets in irgendeiner Form Zugriff auf die Packerl.

Zwar sei von außen nicht direkt zu erkennen, ob sich in einer Sendung ein wertvolles Mobiltelefon befindet, erklärt Polizei-Sprecher Andreas Ruch. Wer allerdings tagtäglich mit Päckchen hantiere, könne sehr wohl Rückschlüsse auf den Inhalt ziehen. Weitere Ermittlungen ergaben, dass viele der gestohlenen Mobiltelefone in Ungarn eingeloggt wurden. Das habe man in Zusammenarbeit mit den Herstellern herausgefunden. Gestohlen wurden stets Geräte von Samsung oder Apple.

Mit ihren Erkenntnissen konfrontierten die Polizisten die Unternehmensleitung. Diese kündigte den drei Männern fristlos. Das war am 27. Dezember.

Rotzfrech weiter gestohlen

Seltsamerweise kamen aber noch bis zum 31. Dezember weitere Handys abhanden. Den Grund dafür fanden die Ermittler, als sie die Wohnungen der Männer in Germering und Gröbenzell durchsuchten. Zwar tauchte dabei keines der Handys auf. Dafür entdeckten die Polizisten nicht zurückgegebene Firmen-Ausweise, Dienstkleidung und Handscanner. Die Schlussfolgerung: Die Männer hatten ihren dreisten Diebstählen nach ihrem Rauswurf noch die Krone aufgesetzt. Mit den Ausweisen und der DHL-Kleidung spazierten sie in das Paketzentrum und griffen sich weitere Packerl mit Handys. „Die haben rotzfrech weiter gestohlen“, sagt Polizeisprecher Ruch.

Doch damit nicht genug. Bei der Durchsuchung der Wohnung eines der beiden 33-Jährigen in Gröbenzell fanden die Beamte in einer Tasche knapp 500 Gramm Marihuana. Bei ihm sowie bei dem 42-Jährigen klickten die Handschellen. Letzterer durfte die Polizeiinspektion nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder verlassen.

Der 33-jährige Drogenbesitzer bleibt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Der dritte Tatverdächtige hält sich nach Erkenntnissen der Polizei in Ungarn auf. Andreas Ruch ist sich aber sicher, auch ihn noch zu schnappen. (Tobias Gehre)

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