Aufrechter Gang steht vor der Auflösung 

Diakonie übernimmt Gebrauchtwaren-Läden

Ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand geht es nicht mehr: Der Landkreis Bruck beteiligt sich künftig an den Betriebskosten für das Gebrauchtwarenzentrum in Puchheim und andere Gebrauchtkleiderläden in der Region.

Landkreis–Bisher hat der Verein „Aufrechter Gang“ die Läden komplett ehrenamtlich geführt und betrieben. Nun aber steht der Verein vor der Auflösung. Es fehlen Nachfolger namentlich im Vorstand, wie berichtet wird. Die Läden gehen, das ist in der Satzung so geregelt, damit an die Diakonie über. Sie möchte sie auch weiterführen, braucht dazu aber Geld, um den künftigen Leiter zu bezahlen. 60 000 Euro seien notwendig, heißt es in einem Papier des Landratsamts – die Hälfte davon will der Kreis zur Verfügung stellen. Ein entsprechender Beschluss fiel im Kreisausschuss jetzt einstimmig. Das Gebrauchtwarenzentrum und die Kleiderläden seien gemeinnützig, heißt es in dem Papier zur Begründung. Sie kämen der einkommensschwachen Bevölkerung, insbesondere den Sozialhilfe- und Grundsicherungsempfängern, zu Gute. Die Förderung durch den Kreis soll ab dem Jahr 2018 bis 2022 laufen.

Der Puchheimer Kreisrat Max Keil, Nachbar des Gebrauchtwarenladens, berichtete in der Sitzung von dem großen Zuspruch, den der Laden erhalte. Auch Landrat Thomas Karmasin sprach sich dafür aus, diese „sinnvolle Institution“ zu retten. „Es wäre schade, wenn sie einfach geschlossen würde.“

Die Diakonie möchte die Vollzeit-Leiterstelle mit zwei Personen besetzen. Zum einen mit einem Sozialpädagogen und zum anderen mit einer Kraft aus dem Handwerk.

Geplant ist die Ausweitung des Verkaufs an zwei Standorten in der Stadt Fürstenfeldbruck. Die Hans-Kiener-Stiftung habe eine Halle in zentraler Lage an der Münchner Straße 1 für den Verkauf von Möbeln und Hausrat zu einem günstigen Mietpreis angeboten. Außerdem geplant ist ein Kinderkleiderladen („Mini-Schiki-Miki“) in den Räumen der Diakonie an der Buchenauer Straße.

Neben dem Gebrauchtwarenladen in Puchheim gibt es bereits Kleidergeschäfte in Germering und Olching. Die Idee hinter den Läden: Menschen, die ihre Möbel, ihren Hausrat oder ihre Kleidung nicht mehr brauchen und entsorgen möchten, können sie kostenfrei abgeben. Die Artikel werden dann in den Läden der Diakonie ausgestellt und verkauft. Die Käufergruppe besteht aus bedürftigen, aber auch nichtbedürftigen Kunden, wobei Bedürftige niedrigere Preise zahlen. Die Übernahme durch die Diakonie soll im Januar 2018 über die Bühne gehen. Dann will man unter anderem auch wieder mehr Werbung machen.  (st)

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