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Anton Kling vor dem Feldkreuz zwischen Luttenwang und Hörbach. 

Zwischen Luttenwang und Hörbach

Diebe stehlen Christusfigur von Feldkreuz

Luttenwang/Hörbach – Der Metallguss im Wert von 1000 Euro ist weg. Jetzt steht dort am Wegesrand nur noch das nackerte Kreuz.  

Schon einmal haben Vandalen ihr Unwesen am Feldkreuz zwischen Luttenwang und Hörbach getrieben. Damals wurde die Christusfigur von Unbekannten ramponiert. Das war 2005. Jetzt, elf Jahre später, wurde Jesus von den Tätern komplett vom Kreuz gerissen – und gestohlen.

Anton Kling vor dem Feldkreuz zwischen Luttenwang und Hörbach. 

Für viele Fahrradfahrer und Naturfreunde ist der Platz einer der schönsten in der Gegend. Es bieten sich weite Blicke über die malerische Landschaft um Luttenwang und im Sommer spenden Laubbäume auf der Bank unter dem Feldkreuz Schatten. Der Platz lädt zum Verweilen ein. Jedoch wird das Idyll neuerdings von einem Schönheitsfehler getrübt: Ein Unbekannter hat im Zeitraum der letzten beiden Wochen die Jesusfigur des Feldkreuzes gestohlen.

Im Jahr 2005 wurde eine Christusfigur an dem selben Kreuz stark beschädigt.

Es ist deutlich zu erkennen, dass der Metallguss gewaltsam vom Kreuz gerissen wurde. Die Polizei geht davon aus, dass es dem Täter um den Wert der Figur, der auf etwa 1000 Euro beziffert wird, ging. Ein kirchenfeindlicher Hintergrund erscheint demnach eher unwahrscheinlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Feldkreuz zwischen Luttenwang und Hörbach Opfer von Schändung geworden ist. Die erste Jesusfigur, eine kunstvolle Schnitzerei im Oberammergauer Stil, wurde im Sommer 2005 teilweise zerstört. Diebe wollten die wertvolle Figur entwenden und wohl gewinnbringend verkaufen. Allerdings brachten sie es nicht fertig, das Christus-Abbild vom Kreuz abzunehmen, sodass lediglich Spuren der Zerstörung zurückblieben. An Händen und Füßen der Schnitzerei kam es zu irreparablen Schäden.

Als das Feldkreuz 1967 nach Abschluss der Flurbereinigung von Elias und Rosa Bauer, die eine Landwirtschaft betrieben, auf ihrem Grundstück an der Straße zwischen Luttenwang und Hörbach aufgestellt wurde, konnten diese von alle dem nichts ahnen. Der Pastor des Dorfes nahm die Weihe des besonderen Stückes selbst vor. Die Christusfigur wurde vom sogenannten Hergottsschnitzer Holzmüller aus Grunertshofen geschaffen.

Viele Besucher reisten extra an, um unter dem Oberammergauer Jesus Besinnung und Ruhe zu finden. Im Jahre 1991 wurde das Anwesen dann an die Nichte Monika Kling und deren Mann Anton übergeben. Genauso wie die Vorgänger, pflegen die Eheleute das Feldkreuz nach wie vor laufend.

Das Kreuz mit der im Jahr 2005 neu angebrachten Christusfigur.

Nach dem ersten Vorfall 2005 entschloss sich das Ehepaar Kling dann, einen Christus aus Guss anzubringen, der von Josef Keller, einem Bauern aus Luttenwang, erworben und vom Kirchenmaler Hans Pfister aus Heinrichshofen original gefasst wurde. Der Metallguss sollte einer Zerstörung durch Fremdeinwirken vorbeugen. Gebracht hat es nichts: Diesmal stahl der Dieb die Jesusfigur ohne Rücksicht auf Verluste. Anton Kling, der beide Zerstörungen mitgemacht hat, meint mahnend, nächstes Mal werde man eine simple Plastikfigur anbringen, die dann wohl keiner mehr klauen möchte.

Um die Besucher des Platzes zu informieren, hat Johannes Kling, der Sohn des Landwirts, schon eine Idee. Er will ein Plakat ans Kreuz hängen, um die Abwesenheit der Christusfigur zu erklären. Darauf soll stehen: „Ich wurde gestohlen“, sagt Kling zynisch. Ob und wann wieder ein Jesus am Feldkreuz zu sehen sein wird, ist unklar.

von Matthias Kast

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