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Vor der Erlöserkirche (v.l.): Josias Hilbert-Hegele, Simone Oppel, Julia Steller, Steffen Barth, Johannes Greifenstein und Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.  

Diese jungen evangelischen Pfarrer treten ihr Amt an

 Vor dem evangelischen Gemeindehaus flatterte die weiße Kirchenfahne mit dem violetten Kreuz. Nebenan in der Erlöserkirche begrüßten schwungvolle Posaunenklänge die Hauptpersonen des Nachmittags: Simone Oppel, Julia Steller, Steffen Barth, Johannes Greifenstein und Josias Hilbert-Hegele – fünf junge evangelische Pfarrer, die im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in ihr Amt eingeführt wurden.

Fast zwei Stunden später verließen sie die Kirche als ordinierte Geistliche. Anders gesagt: „Als ein Geschenk für alle, mit denen Sie arbeiten werden“, wie es Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler ausdrückte.

Es war eine große Gruppe, die an rund 200 Besuchern vorbei in die Kirche einzog. Jeder der neuen Pfarrer hatte nahestehende Menschen mitgebracht, die bei der Ordination assistierten. Für Simone Oppel, die ihre Pfarrstelle in Olching bereits angetreten hat, war unter anderem ihr Pflegevater dabei – ein evangelischer Pfarrer, in dessen Familie sie seit ihrem 16. Lebensjahr aufgewachsen war.

Okuli (Augen) ist der Name des dritten Fastensonntags. Deshalb rief Susanne Breit-Keßler in ihrer Predigt immer wieder zum Hinschauen auf. Sie richtete persönliche Worte an jeden der fünf neuen Kollegen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig sein werden: Oppel und Steller als Gemeindepfarrerinnen, Barth in der Personalabteilung des Landeskirchenamts und Greifenstein als Akademischer Rat und künftiger Theologieprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität. Hilbert-Hegele geht in Elternzeit, wird sich aber ehrenamtlich in seiner Gemeinde engagieren.

Breit-Keßler äußerte sich überzeugt davon, dass die fünf mit „reformatorischem Schwung“ ans Werk gehen würden. „Das ist das, was wir brauchen – auch im Landeskirchenamt.“ Was ebenfalls gebraucht werde, seien Vertreter eines weltoffenen Christentums, „gerade in diesen schwierigen Zeiten“. Die Regionalbischöfin lobte, dass die jungen Pfarrer sich bei Auslandsaufenthalten bereits „seelische und geistige Weite“ erworben hätten, die in Zeiten des aufkeimenden Nationalismus umso wichtiger sei. „Reisen ist tödlich für alle Vorurteile.“

Gemeinsam mit Dekan Stefan Reimers hatten die Fünf die liturgische Gestaltung übernommen, gemeinsam sprachen sie die Worte „Ja, mit Gottes Hilfe“, als der Moment der Ordination gekommen war. Nacheinander knieten die frischgebackenen Pfarrer nieder, um von Breit-Keßler und den Assistenten durch Handauflegen und Gebete für ihren Dienst gesegnet zu werden. Bei Simone Oppel flossen ein paar Tränen der Ergriffenheit, als sie an ihren Platz zurückging. „Glücklich und erfüllt, aber auch ein bisschen geschafft“ war sie, als es nach vielen Glückwünschen und Umarmungen schließlich zum Feiern ins Gemeindehaus ging.

os

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