Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

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Brauchtum

Diese Osterverstecke sind unvergesslich

Ob man nun an den Osterhasen glaubt oder nicht – das Suchen von Eiern, Süßigkeiten oder anderen Geschenken ist fester Bestandteil der Osterfeiertage. Viele erinnern sich noch im Erwachsenenalter an außergewöhnliche Verstecke aus Kindertagen – oder andere Begebenheiten rund um diesen Osterbrauch.

Landkreis – Wie der Brauch des Versteckens entstand, ist nicht genau erforscht. Eine Erklärung hängt mit der Frühlingsgöttin Ostana zusammen. Ihr zu Ehren wurden im Frühjahr Eier verschenkt. Das taten die Menschen auch noch, als sich das Christentum durchgesetzt hatte. Der Kirche war der heidnische Brauch ein Dorn im Auge. Deshalb wurden die Eier nur noch einzeln oder versteckt weitergegeben.

Ein echtes Hühnerei im Sandkasten

Toni Mang (68), Ex-Motorradrennfahrer Zankenhausen

„Wenn es um das coolste Versteck an Ostern geht, fällt mir spontan eine Geschichte von meiner Tochter Veronika ein. Sie war damals vier Jahre alt und hat den Kindergarten in Kottgeisering besucht. Während der Osterzeit hat sie einmal beim Spielen im Sandkasten ein echtes Hühnerei gefunden. Es stammte wahrscheinlich von einem der Hühner aus dem benachbarten Bauernhof. Veronika war hellauf begeistert, dass sie ein Ei gefunden hatte. Ich glaube, das ist der Grund, warum sie auch noch Jahre später tatsächlich an den Osterhasen geglaubt hat.“

Im Gebüsch bei den Wäschestangen

Monika Baumgartner (66), Schauspielerin aus Gröbenzell

„Ich bin in Schwabing aufgewachsen. Wir haben damals in einer kleinen Postlerwohnung gewohnt. Meine Eltern haben an Ostern Körbe mit Eiern aus der Platznot heraus draußen im Gebüsch rund um die Wäschestangen versteckt. Im Lauf der Zeit wussten wir Kinder (Monika Baumgartner hat einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester, Anm. d. Red.) natürlich genau, wo die Eier versteckt sind und haben gleich an der richtigen Stelle geschaut. An Ostern haben wir auch selber Eier ausgeblasen und gefärbt. Diese waren aber zu schön zum Verstecken.“

Osterburgen aus Moos

Monika Well (56), Musikerin aus Günzlhofen

„Meine Geschwister und ich haben keine Nester, sondern richtige Burgen aus Moos gebaut – mit Eingang. Es war ein echter Wettkampf unter uns Kindern, wer die schönste Burg hat. Es gab regelrechte Angriffe, um die Burg des anderen zu zerstören. Vor allem zwischen Stofferl, Karl, Michael und mir. An Ostern haben wir die Eier gesammelt und in die Burg gelegt. Größtenteils waren das gekochte Eier und nur wenige Schokoladen-Eier. Es ist ja ein Wahnsinn, wie das heutzutage oft ausufert. Meinem Enkel (3 Jahre) kaufe ich nur Kleinigkeiten.“

Pralinenschachtel unter der Sitzfläche

Gabriele Dietrich (52), Rechtsanwältin aus Egenhofen

„Mein Bruder und ich haben für unsere Mutter einmal zu Ostern ein ganz besonderes Versteck ausgetüftelt: Wir haben mit Tesafilm eine Pralinenschachtel unter einen Stuhl reingeklebt. Man hätte unter den Stuhl kriechen müssen, um das Geschenk zu sehen. Meine Mutter hat ewig gesucht und die Pralinenschachtel einfach nicht gefunden. Wir Geschwister haben es ihr dann verraten. Das war mit Abstand das coolste Versteck. Für meine Patenkinder habe ich an Ostern natürlich auch schon etwas versteckt, aber bei Weitem nicht so spektakulär.“

Erst an Weihnachten wieder gefunden

Anna Ulrike Bergheim, Vorsitzende des Historischen Vereins Maisach

„Als ich acht oder neun Jahre alt war, kann ich mich noch gut erinnern, dass meine Mutter an Ostern mal etwas in einem großen Korb mit Winterhandschuhen und Mützen versteckt hat. Es war ein Küken aus Seife. Es hatte die Besonderheit, dass ihm nach dem Öffnen der Verpackung ein Flaum wuchs. Allerdings hat es zunächst keiner gefunden. Das Küken ist schließlich erst wieder kurz vor Weihnachten zum Vorschein gekommen. Wenn es ein echtes Osterei gewesen wäre, hätte man es nach dieser langen Zeit sicher nicht mehr essen können.“

Nesterl als Hinweis zum Abstauben

Friedrich Deschauer (71), Pfarrgemeinderat von St. Bernhard in Bruck

„Wir verstecken eigentlich schon lange keine Ostereier mehr, weil die Kinder längst erwachsen und aus dem Haus sind. Aber ich erinnere mich, dass meine Frau Christine einmal ein kleines Osternesterl im Bücherregal hinter meinen vielen Büchern versteckt hat. Sie hatte schon lange gesagt, dass ich diese endlich mal entstauben sollte. Es war quasi ein dezenter Hinweis. Sie sagte allerdings dazu, sie könne sich vorstellen, dass ich etwas hinter den Büchern finde. Ich dachte natürlich zuerst, sie meint ein verloren geglaubtes Buch von mir.“

von Sebastian Öl

Rubriklistenbild: © Panthermedia

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