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So sehen die Olchinger Sieger aus (v.l.): Tobias Ketzel, Verim Ajdini, Jule Oelsner, Johanna Knoll, Antonia Hell gemeinsam mit der stellvertretenden Landrätin Martina Drechsler.

Diese Schüler engagieren sich

Sie haben Flüchtlinge unterrichtet und mit ihnen gekocht, die Schule und den Pausenhof aufgeräumt oder Kinder getröstet: viele Schüler im Landkreis haben sich in letzter Zeit engagiert. Nun wurden sie ausgezeichnet.

Olching „Das ist eine tolle Sache“, schwärmte stellvertretende Landrätin Martina Drechsler bei der Preisvergabe im Gymnasium. Ihre Begeisterung galt dem Projekt Prämienprogramm für die landkreiseigenen Schulen. Ein Projekt, das lediglich im Landkreis Fürstenfeldbruck durchgeführt wird, wie Drechsler betonte. 10 000 Euro Preisgeld hat der Landkreis dafür insgesamt zur Verfügung gestellt. 13 Schulen hatten sich im vergangenen Schuljahr an dem Programm beteiligt. Schüler und Lehrer haben dafür viele Stunden gearbeitet und Projekte aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Gesundheit ins Leben gerufen. Manche waren künstlerisch tätig, andere haben erforscht, wie sich Müll vermeiden lässt. Einige haben Sozialpraktika absolviert oder sich für Asylbewerber engagiert.

Eine fünfköpfige Jury, bestehend aus Kreisräten und der stellvertretenden Landrätin, hat dann entschieden, wie das Preisgeld verteilt werden soll. Gewonnen haben die Pestalozzi-Schule Fürstenfeldbruck und das Olchinger Gymnasium. Sie erhielten jeweils 1500 Euro.

Auch das Olchinger Gymnasium hatte sich der Flüchtlingsarbeit angenommen. Denn die Schuler wurden im vergangenen Jahr täglich mit Asylbewerbern konfrontiert. In direkter Nachbarschaft waren unbegleitetende minderjährige Flüchtlinge in Containern untergebracht. Mittlerweile ist dort eine Zweigschule der Berufsschule Fürstenfeldbruck – ebenfalls für junge Flüchtlinge.

95 Schüler und 13 Lehrer haben unter dem Motto „Ankommen-Willkommen-Zusammenkommen“ Kontakt zu den Jugendlichen aufgebaut. Sprachpaten haben an jeden Schultag in der 7. Stunde mit den Flüchtlingen an deren Deutsch- und Mathematikkenntnissen gearbeitet. Zudem wurden Kleider gesammelt und Weihnachtsgeschenke organisiert. Es wurde gemeinsam gefeiert, gespielt, gekocht und Sport getrieben. Und die Schüler haben Infostände zu den Herkunftsländern, den Fluchtursachen und deren Bekämpfung aufgebaut und betreut. So manche Freundschaft ist so entstanden und so mancher Flüchtling fühlt sich dadurch mittlerweile heimisch in Olching.

Ein Tauschprojekt namens „Talente“ haben die Schüler der Fürstenfeldbrucker Pestalozzi-Schule ins Leben gerufen. 60 Jugendliche waren daran beteiligt. Es funktioniert so: Für jede Leistung, die die Kinder erbracht haben, wurden sie belohnt. Dafür haben sie etwa im Pausenhof Müll gesammelt, Blumen im Sekretariat gegossen, beim Schülerfrühstück mitgeholfen oder in der Pause weinende Kinder getröstet.

Jede ihrer Aktivitäten wurde mit Stempeln belohnt. Wer mehrere Stempel gesammelt hatte, konnten sie für einen Tag auf einem Reiterhof, für Schlagzeugunterricht, einen Kinobesuch, einen Schminkkurs oder Tanzunterricht eintauschen. So wurde das Selbstbewusstsein, das Miteinander und die Eigeninitiative der Schüler wurde gefördert.

Susanne Schwind

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