Haben ein neues Projekt auf die Beine gestellt (v.l.): Sandra Koch, die ehrenamtliche Mitarbeiterin Santa Neupane und Ursula Hafner. Das Foto entstand beim Fest der Kulturen. tb

Mehrgenerationenhaus

In diesem Café können Frauen nebenbei deutsch lernen

Fürstenfeldbruck – „Leben ist Begegnung“ (LiB). Das ist nicht nur das Motto des Mehrgenerationenhauses, sondern soll auch der Grundgedanke für ein neues Projekt sein. „Café Deutsch“ nennt sich dieses neue Konzept, das seit zwei Wochen vom LiB-Team umgesetzt wird. Die Idee entstand aus mehreren Gesprächen mit Frauen aus der Nachbarschaft und beschäftigt sich mit dem Thema Integration.

Sie leben bereits lange in Deutschland und ihre Kinder sind hier aufgewachsen. „Deutsch aber haben diese Frauen neben Haushalt, Kindererziehung und Beruf oft nur so viel gelernt, wie es zu ihrer Arbeit notwendig war“, erzählt LiB-Koordinatorin Sandra Koch. Durch ihre Kinder und das alltägliche Leben in Deutschland haben sie die deutsche Sprache aber immer im Ohr gehabt. Das Problem sei also nicht das Verstehen, sondern das Ausdrücken.

„Es geht nicht um einen normalen Deutsch-Kurs, es geht um reine Kommunikation“, meint Koch. Ziel soll es sein, dass sich die Migranten besser ausdrücken können und auch grammatikalisch richtig sprechen. Das gebe Sicherheit und ein komplett neues Lebensgefühl.

Das Angebot richtet sich aber auch an diejenigen, die nach den ersten Deutschkursen keinen dauerhaften Kurs mehr belegen, aber trotzdem am Lernen dranbleiben möchten. Und im Mehrgenerationenhaus gibt es viele deutsche Muttersprachler, die eine Gelegenheit suchen, Menschen anderer Kulturen kennenzulernen.

Die ersten Bekanntschaften wurden bereits geschlossen und in Zukunft wolle man auch gemeinsame Unternehmungen fördern. Das „Café Deutsch“ hat den Namen aber nicht nur wegen der gemütlichen Atmosphäre, sondern hat auch kulinarisch einiges zu bieten.

Für einen kleinen Beitrag können sich die Besucher bei Gebäck, Kaffee und Tee aus dem Samowar, einer traditionellen russischen Teemaschine, austauschen. Und weil die Themenfindung beim ersten richtigen Treffen ja immer etwas komplizierter ist, bietet das LiB-Team thematische Anregungen zum Gespräch. Vor allem aktuelle Themen werden immer wieder gerne behandelt. „Es geht aber weniger darum, was man spricht, sondern viel mehr darum, dass man spricht“, erklärt Sandra Koch. (Tim Grübl)

Termine:

Jeden Donnerstagvormittag öffnet das LiB-Team die Türen des LiBlingstreffs (Am Sulzbogen 56). Das Ganze kostet 1,50 Euro inklusive Getränk und ist für jeden offen. Weitere Informationen bei Sandra Koch, unter Telefon (0 81 41) 31 66 15.

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