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Die Liebe zur Oma ist seine weiche Stelle: Alexander Wagner als Franck und Ellen-Kießling-Kretz als Oma Paulette. pw-foto

Neue Bühne Bruck

In dieser fehlerhaften WG fliegen die Fetzen

Fürstenfeldbruck – Eine Malerin, die putzen geht, ein Historiker, der Postkarten verkauft, und ein Koch, der kocht – dieses ungleiche Trio haust zusammen in einer Pariser Wohngemeinschaft.

Und dann ist da noch Paulette, die Rentnerin, ein bisschen vergesslich, ein bisschen anstrengend, aber ansonsten hinreißend. Die vier entstammen der Fantasie der französischen Autorin Anna Gavalda. Ihr Roman „Zusammen ist man weniger allein“ war ein erfolgreicher Film und funktioniert auch als Theaterstück, wie die Neue Bühne Bruck (NBB) beweist.

Camille (Christina Schmiedel), einsam, magersüchtig und menschenscheu, landet eines Tages in der Männer-WG von Philibert (Michael Stadler) und Franck (Alexander Wagner). Der eine ist linkisch und schüchtern, der andere ein Macho zum Davonlaufen, dessen einzige weiche Stelle seine Liebe zu Großmutter Paulette (Ellen Kießling-Kretz) zu sein scheint.

Was sich zunächst wie eine Dreiecksgeschichte anlässt, wird im Laufe des Stücks zur spröden Liebesromanze zwischen zweien der Charaktere. In einem bewusst trashigen, minimalistischen Bühnenbild, gehen die vier Darsteller – bis auf Alexander Wagner alles NBB-Veteranen – voller Hingabe in ihren Rollen auf. Sie streiten, dass die Fetzen fliegen.

Dann wieder gibt es Momente von anrührender Zartheit und Kostproben origineller Philosophie, etwa wenn Koch Franck sich neben seinen „interlektuellen“ Mitbewohnern wie ein Geschirrhandtuch zwischen Froteehandtüchern vorkommt.

Mit ihrer letzten Produktion in der laufenden Spielzeit bedient die NBB die Sehnsucht nach dem Märchen, in dem traurige Existenzen sich gemeinsam aufrappeln und aneinander wachsen. Ihr Wunsch nach Gemeinschaft ist letztlich stärker als die Angst vor Nähe, auch wenn das bedeutet, dass man den anderen all seine Fehler, Ängste und Unzulänglichkeiten nicht verbergen kann.

„Ich habe den Roman von Anna Gavalda vor einigen Jahren gelesen und nicht mehr aus der Hand gelegt“, erzählt Regisseur Philipp Jescheck. „Es ist eine zugegeben leichte Lektüre, aber die Liebe und Sorgfalt, mit der die Autorin ihre schrulligen, urkomischen Figuren zeichnet, ist wunderbar.“

Für Jescheck spricht aus der Geschichte der Wunsch nach Gemeinschaft als Gegenentwurf zum harten Egoismuswahn, in dem wir alle stecken. „Denn der macht uns einsam. Wir klären unsere Probleme allein, nach außen dringt nur der perfekte Mensch.“

Im Unterschied dazu sind die Figuren dieser Komödie eine einzige Ansammlung von Fehlern, Ängsten und Unzulänglichkeiten. Täglich scheitern sie an sich selbst und stehen unverdrossen wieder auf. „Das ist so rührend“, findet Jescheck, „dass man sich wünschte, die Geschichte wäre wahr.“ Stimmt. urlike osman

Weitere Termine

sind am Sonntag, 19 Uhr, Freitag, 6. Mai, 20 Uhr, Samstag, 28. Mai, 20 Uhr, Sonntag, 29. Mai, 19 Uhr, Freitag, 10. Juni, 20 Uhr und am Samstag, 11. Juni, 20 Uhr. Karten können online reserviert werden unter der Adresse www.buehne-bruck.de. Zusätzlich gibt es Tickets an der Abendkasse in Fürstenfeld.

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