Digitale Bücher aus der örtlichen Leih-Bibliothek

Fürstenfeldbruck - Bibliotheken im Landkreis wollen sich zusammen auf den Weg in die Digitale Zukunft machen.

Auf der Agenda: gemeinsame Internet-Seiten und vor allem mehr elektronische Bücher zum Ausleihen. Kurz: Das E-Book aus der örtlichen Bibliothek wird Realität.

Auf dem Heimweg in der S-Bahn schnell ein Buch ausleihen, durch das neueste Spiegel-Magazin blättern oder einen Reisefilm anschauen: Die digitale Bibliothek Oberbayern (DigiBObb) macht das ab Ende Oktober möglich. Digitale Bücher ausleihen kann sich auf der Plattform jeder, der Mitglied in einer der neun beteiligten Bibliotheken ist: Neben Bruck sind außerdem die Bibliotheken Eichenau und Puchheim aus dem Landkreis dabei, sowie Gauting, Gräfelfing, Neubiberg, Oberhaching und Unterhaching. Germering will 2013 mit einsteigen, wie Bibliotheksleiterin Christine Förster-Grüber bestätigt. „Ich bin zuversichtlich, dass es klappt.“ Der Stadtrat muss aber noch zustimmen.

Die Büchereien haben sich vor allem aus organisatorischen und aus Kostengründen zusammengeschlossen. Diana Rupprecht, Leiterin der Brucker Stadtbibliothek: „Es wird eine gemeinsame Internetseite geben, auf der sich der Benutzer einloggen und dort Medien aussuchen kann.“ Der Schwerpunkt bei der Ausleihe soll auf Belletristik liegen. „Das ist auch im klassischen Buchbereich die beliebteste Sparte“, erklärt Diana Rupprecht. Der momentane Renner: Krimis und Thriller. „Und wir versuchen natürlich, in der digitalen Bibliothek aktuell zu sein.“

Die Plattform DigiBObb bekommt ihr Angebot von Verlagen. Die wiederum verkaufen den Büchereien Lizenzen. „Wir können deswegen nicht vollkommen frei einkaufen, was auf dem Markt existiert“, sagt Rupprecht, „sondern müssen schauen, was die Verlage uns für die digitale Bibliothek zur Verfügung stellen.“

Jedes Buch, jede DVD, jede Zeitschrift steht jeweils einmal zum Herunterladen bereit. Wer zu spät dran ist, muss sich - wie im ganz normalen Bibliotheksbetrieb - vormerken lassen. „Wir kaufen pro Buch eine Lizenz, deswegen kann jedes Werk nur einmal angeboten werden“, erklärt Diana Rupprecht. Aus Sicht der Verlage und Autoren sei es wichtig, dass die Downloads nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen. „Denn die wollen ja auch Geld verdienen.“

In der Stadtbibliothek Fürstenfeldbruck können sich die User außerdem E-Book-Reader ausleihen. Das sind tragbare Lesegeräte für elektronisch gespeicherte Bücher. Vier bis fünf Stück soll es geben. Die Puchheimer Bibliothek will ebenfalls zwei Lesegeräte anschaffen - allerdings nicht zum Ausleihen. „Auf denen können sich die Leute aber anschauen, wie ein solches Gerät funktioniert“, sagt Leiter Otto Linseisen.

Für die elektronischen Bücher gelten normale Ausleihfristen. Sind die abgelaufen, zerstören sich die Medien selbst - und verschwinden von Computer, Smartphone oder Lesegerät. Ein Vorteil für den Nutzer. „Der kann dann keine Ausleihfristen mehr verpassen“, sagt Rupprecht. „Und Versäumnisgebühren werden auch nicht fällig.“ Die Ausleihe an sich ist kostenlos. Lediglich die Jahresgebühr für die Bibliotheken muss der Nutzer weiterhin zahlen.

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