Drei Wochen mit Humedica bei äthiopischen Flüchtlingen

Fürstenfeldbruck - Drei Wochen hat der Brucker Stefan Herla im Flüchtlingslager Melkadida in Äthiopien geholfen. Nun ist er von seinem Einsatz als Koordinator der Hilfsorganisation Humedica zurück.

„Ich habe jetzt ein ganz anderes Verhältnis zum Wohlstand, zum Leben, wie ich es bisher kennenlernen durfte“, sagt Stefan Herla. Denn: Wasser und Brot können einen Menschen richtig glücklich machen. Das weiß der Krankenpfleger, der am Flugmedizinischen Institut am Fliegerhorst arbeitet, spätestens nach diesen drei Wochen am Horn von Afrika.

40 000 Menschen drängen sich allein in diesem Lager an der somalischen Grenze. Sie sind in 15 000 Zelten oder Baracken untergebracht. Die meisten sind Jugendliche und Kinder. Sie sind das, was in westlichen Ländern als die Zukunft eines Landes gilt. „Man sieht das Leid sofort“, erzählt Herla. Er hält ein Baby in seinen Armen. Vier Monate ist es alt und wiegt gerade mal 1,7 Kilo. Ein Kind, das in Deutschland geboren wird, bringt durchschnittlich drei Kilo auf die Geburtswaage. Doppelt so viel wie dieses kleine ausgehungerte Wesen nach vier Lebensmonaten im Hungergebiet.

Die Flüchtlinge, die in Melkadida oder in den anderen Lagern ankommen, haben meist alles zurückgelassen, was ihr bisheriges Leben bestimmte. Sie hoffen auf eine Zukunft - ohne Hunger, mit Wasser und Brot. Manche habe Glück: Neben Nahrungsmitteln und Wasser versorgen sie Ärzte und Sanitäter mit den wichtigsten Medikamenten. (akk)

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