Der Stempel gaukelt dem Leser vor, dass ein rumänisches Ministerium den Bettelbrief beglaubigt hat. Doch in Wirklichkeit sind all diese Schreiben gefälscht. foto: tb

Dreiste Bettlerbande klingelt an Haustüren

Fürstenfeldbruck - Rumänische Bettler sind wieder unterwegs. Sie klingeln an den Haustüren, legen einen Brief vor und bitten um Geld. Die Polizei warnt: Wer etwas gibt, unterstützt gewerbliche Banden.

Ein Brucker hat es erst kürzlich hautnah miterlebt: Er war bei seinem Vater zu Besuch, als jemand Sturm klingelte. Vom Fenster aus habe er eine 25 bis 35 Jahre alte, osteuropäisch wirkende Frau gesehen, erzählt der Mann. Er ging nach draußen und stellte sie zur Rede. „Sie hielt mir eine Kopie eines angeblich von einem rumänischen Ministerium beglaubigten Bettelbriefs entgegen.“ Als er sie aufgefordert habe, ihren Ausweis zu zeigen, habe sie sich in Ausreden geflüchtet. Bei der Androhung, die Polizei zu rufen, sei sie in Begleitung einer 50 bis 60 Jahre alten Frau geflohen. Diese hatte auf der anderen Straßenseite gewartet.

Die Polizei hat der Brucker trotzdem eingeschaltet. Doch die Beamten sind relativ machtlos. „Die Menschen mit Bettelkarte sind seit eineinhalb bis zwei Jahren regelmäßig in der Stadt“, berichtet Michael Fischer, Vize-Leiter der Brucker Inspektion. Ein bis zweimal in der Woche geht bei der Polizei eine Meldung ein. Oft hätten die Bettler laminierte Kärtchen dabei. Mal sei das Haus von einer Sintflut weggerissen worden, mal müsse die Tochter am Herzen operiert werden. Im aktuellen Fall können die Eltern nicht arbeiten. Per Stempel ist das Schreiben vom rumänischen Ministerium beglaubigt - angeblich. Denn auch das ist nur eine dreiste Fälschung. Allenfalls könne man den Menschen an der Haustüre etwas zu Essen anbieten oder eine Konserve in die Hand drücken, meint Fischer. Keinesfalls solle man jedoch den Geldbeutel öffnen: „Mit jedem Euro fördern sie das Ausbeutungssystem.“ (imu)

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