Auf Wiedersehen: das Bliasmeister-Team mit (hinten v.l.) Stefanie Richter, Sandra Brubach, Sophie Vöst, Lisa Fresch, Kader Saidi sowie (sitzend v.l.) Michael, Amelie und Franziska Spannruft.	Fotos: Peter Weber
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Auf Wiedersehen: das Bliasmeister-Team mit (hinten v.l.) Stefanie Richter, Sandra Brubach, Sophie Vöst, Lisa Fresch, Kader Saidi sowie (sitzend v.l.) Michael, Amelie und Franziska Spannruft.

Unterschweinbach/Egenhofen

Der Bliasmeister sagt Servus - Neue Wirte stehen schon in den Startlöchern

  • Peter Loder
    vonPeter Loder
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Aus dem Gasthaus Bliasmeister in Unterschweinbach (Gemeinde Egenhofen) wird der Schoambacher. Mitten in die gastro-lose Corona-Zeit platzt ein spektakulärer Wirtewechsel, der mit einem außergewöhnlichen Brauereitausch verbunden ist.

Unterschweinbach – Ende Dezember beendet Michael Spannruft (36) seine fünfjährige Präsenz als Bliasmeister-Wirt. Mitte Januar startet Timo Siller (32) das neue Schoambacher. Statt königlicher Biere aus Kaltenberg wird dann Gerstensaft aus einer schwäbischen Schlossbrauerei ausgeschenkt.

Michael Spannruft hat seinen Entschluss zum Aufhören schon vor der Corona-Krise getroffen. „Ich will wieder ein geregeltes Leben und mehr Zeit für die Familie.“ Mit einem selbst komponierten Lied („Wenn’s am schönsten is“) verabschiedet sich der gebürtige Kottgeiseringer von seinen Gästen. Die sind seit der Übernahme der damaligen Postmeister-Wirtschaft vor fünf Jahren immer mehr geworden. Vor allem der Biergarten ist im Sommer der Renner. Weshalb der verheiratete Vater einer Tochter mit Stolz zurückblickt: „Wir waren immer erfolgreich, das Geschäft ist stets gelaufen, und ich habe viele neue Freundschaften geschlossen.“ Selbst den Wirtshaus-Lockdown habe er dank seiner To-go-Angebote überstanden. Weshalb es mit diesem Erfolgsrezept bis Ende Dezember weitergeht. Dann verlässt Spannruft die Gastro-Szene mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

Sie sind die neuen Wirte in Unterschweinbach: Timo Siller und Miriam Wegner.

Künftig wird der gelernte Koch im Vertrieb eines Lebensmittellieferanten tätig sein. Mit seinem Nachfolger verbindet ihn nicht nur der Beruf. Wie Spannruft lebt auch Timo Siller mitten in Unterschweinbach. Und wie sein Vorgänger hat der 32-Jährige seine Ausbildung in der Küche gemacht. In einem Hotel am Bodensee war er schon tätig, im Gilchinger Golfclub und zuletzt in einem Restaurant in der Münchner Maxvorstadt. Er war bei der Biathlon-WM in Ruhpolding für den Speiseplan verantwortlich und verköstigte deutsche Athleten bei den olympischen Spielen in Sotschi.

Ein Lied zum Abschied - und neues Bier

Mit seiner Lebenspartnerin Miriam Wegner stürzt er sich nun in die Gastro-Szene auf dem Land. Klassisch bayerische Kost („Den Schweinsbraten gibt’s jeden Tag frisch vom Metzger“) mit schwäbisch-alpenländischer Tradition werden bei ihm auf der Speisekarte stehen. Und jeden Tag ein anderes Mittagsmenü. Die neue Homepage steht bereits online unter www.schoambacher.de. Das bisher bei Spannruft beschäftigte Personal bleibt erhalten.

Radikal geändert wird dagegen das Bierangebot. Gehörte die Unterschweinbacher Wirtschaft bislang zum Hoheitsgebiet des Kaltenberger Bierprinzen Luitpold, übernimmt nun Albrecht Freiherr Groß von Trockau mit seiner Schlossbrauerei Unterbaar den Zapfhahn. Siller hat sich zu dem Wechsel entschlossen, nachdem er mit vielen Mitbewerbern Gespräche geführt hatte. „Jeder hatte seine Chance.“ Letztlich habe sein Gastro-Konzept mit dem der Schwaben am besten zusammengepasst.

So kommt es zu einer Premiere im Brucker Landkreis: In keinem anderen Wirtshaus in der Region wird das Bier aus der zwischen Gersthofen und Donauwörth ansässigen Brauerei ausgeschenkt.

Lied zum Abschied

Das Bliasmeister-Abschiedslied ist auf Youtube zu hören (Suchbegriff Bliasmeister, Wenn’s am schönsten is). Bliasmeister ist übrigens eine von Michael Spannruft erfundene bairisch-englische Wortkombination, die auf „Peace“ (Friede) und „Bless you“ (Gott segne dich/Gesundheit) fußt.

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