Die Glonnbrücke bei Poigern könnte ein Vorbild für eine neue Fußgängerbrücke über den Freigraben sein, meint Gemeinderat Thomas Wieser.  

Bürgermeister setzt auf weitere Verhandlungen

Brücken-Streit: Lage verzwickt, Lösung fern

Um in die Glonnau zu gelangen, müsste wieder eine Brücke über den Freigraben gebaut werden. Doch die Lage ist verzwickt, wie im Egenhofener Gemeinderat deutlich wurde. Nun sollen weitere Verhandlungen folgen.

Egenhofen – Vor knapp einem Jahr ist die Brücke über den Freigraben – ein Seitenarm der Glonn zwischen Egenhofen und Poigern – abgerissen worden. 135 Egenhofener hatten kurz darauf in einem Schreiben eine Wiedererrichtung gefordert. Nun behandelte der Gemeinderat das Thema erstmals in einem eigenen Tagesordnungspunkt. Bürgermeister Josef Nefele und Amtsleiter Robert Köll stellten die komplizierte Lage rund um die Brücken über die Glonn und den Freigraben sowie die Eigentumsverhältnisse auf den vier Ufern dar – neben einem halben Dutzend Privatpersonen sind der Freistaat und auch die Erzdiözese betroffen. Köll zitierte eine Stellungnahme des Brucker Straßenverkehrsamts: Demnach habe es ein Gewohnheitsrecht zur Nutzung des Weges in die Glonn gegeben. Ein Nachweis sei jedoch „fraglich“, ebenso wie die gerichtliche Durchsetzung des Zugangs.

Zumal sich eine Miteigentümerin des Pfads zum Freigraben schon gegen eine öffentliche Nutzung ausgesprochen hat, wie Köll berichtete. Zudem wird der Weg zwischen Freigraben und Glonn mittlerweile landwirtschaftlich genutzt.

Doch es gibt Alternativen: Eine Route könnte von der südlichen Mühlstraße über eine zweite Glonnbrücke zum Freigraben führen. Dort müsste eine neue Fußgängerbrücke angelegt werden, an die sich ein Pfad entlang des Freigrabens anschließen würde, westlich oder östlich um die Felder herum – die Strecke in die Glonnau wäre deutlich weiter als ehedem, doch Spaziergänger stehen ja nicht unter Zeitdruck. Für diese Lösung machte sich Thomas Wieser (WGE) stark. Er verwies auf den Steg glonnaufwärts als Beispiel für eine neue und günstige Freigraben-Querung.

Die Brucker Beamten beziehen zur Kostenfrage klar Stellung: „Wenn die Gemeinde die Glonnau für Spaziergänger öffnen möchte, obliegt es ihr, eine Fußgängerbrücke zu errichten.“

Hans Langwieder (CSU) brachte daher einen Ankauf der Wegflächen ins Gespräch. Nefele lehnte dies ab: „Warum für etwas zahlen, das wir kostenfrei kriegen könnten?“ Der Bürgermeister schlug einen Sieben-Punkte-Plan vor, der auf weitere Verhandlungen mit allen Betroffenen setzt. Die Gemeinde wird sich einen Fachanwalt an die Seite holen. Alternativen sollen vorerst nicht geprüft werden.

Als Frist für diese Gespräche nannte Nefele einen Monat. In welchen Zeiträumen es danach weitergehen solle, ließ er offen. Wieser bestand auf die Einfügung des Wörtchens „zeitnah“ in den Beschluss. Nefele sagte dazu, die Verwaltung stehe unter hohem Zeitdruck. Genaue terminliche Aussagen in Sachen Glonnau seien nicht möglich. Indirekt wandte sich der Rathauschef auch an die Zuhörer: Privatgespräche mit den Eigentümern seien „ungünstig“, es wäre der Sache „förderlich, die Aufgaben der Verwaltung zu überlassen“. Der Gemeinderat stimmte dem Vorgehen zu.

Nach der Ratssitzung war die Enttäuschung groß: „Das dauert bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag“, meinte ein Bürger. Andere zeigten sich kämpferisch und beschlossen, sich zu treffen und ihre Optionen zu prüfen. Die Bürgerversammlung geht am 23. April in Aufkirchen über die Bühne. Auch da wird der Zugang ein Thema sein. (Horst Kramer)

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