Seit 1996 im Amt

Bürgermeisterwahl 2020: Egenhofens Rathauschef deutet Rückzug an

Josef Nefele ist lange Bürgermeister von Egenhofen - nebenamtlich. Da er dafür plädiert, dass der nächste Chef hauptamtlich arbeitet, wird er wohl nicht mehr selbst kandidieren.

Egenhofen Josef Nefele, seit 1996 Bürgermeister von Egenhofen, plädiert für einen hauptamtlichen Rathauschef in der kommenden Periode ab 2020 – der gegenwärtig 69-Jährige hätte dann die Altersgrenze überschritten. Ein klares „Nein“ kommt ihm dennoch nicht über die Lippen, wenn er gefragt wird, ob er nochmals für den Bürgermeistersessel kandidieren würde.

Doch seine Botschaft ist eindeutig: „Ich gehe davon aus, dass der Bürgermeister ab der kommenden Periode hauptamtlich tätig sein wird. Und damit erledigt sich die Frage von selbst.“ Die Altersgrenze für hauptamtliche Bürgermeister wird im kommenden Jahr bei 67 Jahren liegen – Stichtag ist der Tag des Amtsantritts. Nefele feiert indes am 10. März 2019 seinen 70. Geburtstag. Als angestellter Rathauschef käme er also nicht mehr in Frage.

Bis zum März will Nefele das Thema auf die Tagesordnung des

Josef Nefele ist seit 1996 Bürgermeister.

Gemeinderats setzen. Mit einer klaren Empfehlung: „Eine Kommune wie Egenhofen mit einem Haushalt von rund zehn Millionen Euro kann man nicht nebenberuflich führen.“ Zumindest nicht mit einer kleinen eigenständigen Verwaltung. Bei Verwaltungsgemeinschaften sähe die Sache ein bisschen anders aus, so Nefele, „doch auch hier haben meine ehrenamtlichen Kollegen in den kleineren Gemeinden mit den hohen Anforderungen zu kämpfen“. Sein Diktum in Sachen Egenhofen ist eindeutig: „Ein hauptamtlicher Bürgermeister ist bei uns schon lange überfällig.“

Nefele wurde vor 23 Jahren erstmals zum Bürgermeister gewählt, am Tage seines 47.  Geburtstags. Zu diesem Zeitpunkt konnte Nefele schon auf zwölf Jahre Gemeinderatserfahrung zurückblicken. „Im Jahr 2020 werde ich 36 Jahre in der Kommunalpolitik tätig sein – eine lange Zeit“, sinniert der gebürtige Waltenhofener. Von seinen 24 Jahren Funktionärstätigkeit beim SC Oberweikertshofen ganz zu schweigen. „Das reicht eigentlich für ein Leben.“

Was war sein Motiv für dieses intensive öffentliche Engagement? Nefele antwortet: „Ich liebe meine Heimat, habe mein ganzes Leben hier gelebt und wollte immer etwas für die Gemeinschaft tun.“ Er zieht eine positive Zwischenbilanz: „So gut wie jetzt ging es der Kommune noch nie.“ Die Grundschule samt Mittagsbetreuung sei gut aufgestellt, ebenso die Kindertagesstätte. Die Gemeinde ist schuldenfrei, obwohl sie an keiner der großen Gewerbegebietsadern wie Autobahn, Bundesstraße oder S-Bahn liegt. Nicht einmal eine Staatsstraße kreuzt das Egenhofener Gebiet. „Uns bleibt dadurch viel Verkehr und Ärger erspart“, räsoniert Nefele, verweist jedoch sofort auf die Kehrseite der abgeschiedenen Lage: „Es fehlt uns an Nahversorgungsangeboten, von Lebensmitteln bis zu Bank und Post.“

Bis zum Ende der Amtsperiode hat sich Nefele noch einiges vorgenommen: „Die Planung für das neue Rathaus fertigstellen, ebenso die Planung für die Unterschweinbacher Ortsmitte.“ Außerdem will er das Zuständigkeits-Wirrwarr in der Wasserversorgungs- und Abwasserbeseitungssituation Egenhofens auflösen – ein halbes Dutzend Zweckverbände sind auf dem Gemeindegebiet aktiv. Viel Arbeit für die nächsten 15 Monate.

Und was macht er, wenn sich im Ortsparlament keine Mehrheit für einen hauptamtlichen Bürgermeister findet? Nefele sagt lachend: „Ich wollte ja eigentlich schon das letzte Mal nicht mehr antreten. Doch dann bin ich von verschiedenen Seiten gedrängt worden.“

Alle Infos und News zur Kommunalwahl 2020 in Fürstenfeldbruck finden Sie immer aktuell auf unserer großen Themenseite. 

Horst Kramer

Auch interessant

Kommentare