Janik Lott übergab Wirtin Simona Tsitiridou 377 Euro und eine Liste mit den Namen der Spender.
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Janik Lott übergab Wirtin Simona Tsitiridou 377 Euro und eine Liste mit den Namen der Spender.

Aufkirchen

Damit sie die Krise übersteht: Schüler sammelt Geld für Wirtin

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Weil er sich Sorgen machte, ob die örtliche Gastwirtschaft die Corona-Krise überstehen würde, hat ein Elfjähriger Spenden gesammelt. Das Geld soll helfen, dass das Lokal nach dem erneuten Lockdown wieder öffnet. Die Wirtin war baff.

Aufkirchen – Vor Kurzem bekam Janik Lott mit, wie sich seine Eltern über die Sportgaststätte Aufkirchen (Gemeinde Egenhofen) unterhielten. Sie wird von der Pächterin nebenberuflich betrieben. „Das bedeutet, dass sie für ihre Ausfälle durch Corona keine Fördermittel bekommt“, sagt Janiks Mutter Britta Lott.

Kaum hatte er das gehört, wollte der Elfjährige etwas unternehmen. Sofort mussten ein Spendenaufruf geschrieben und eine Liste ausgedruckt werden, auf der alle Spender unterschreiben sollten. Britta Lott war zuerst nicht ganz wohl bei dem Gedanken, dass ihr Sohn an vielen fremden Türen läuten wollte. Am ersten Abend ging sie mit – was Janik gar nicht recht war. Der Mittelschüler wollte sein Projekt alleine durchziehen.

An den folgenden drei Tagen klapperte er zu Fuß und auf dem Roller die Straßen in Aufkirchen und Pischertshofen ab. Er läutete an jeder Tür und bat um Geld für die Taverna Simona. „In dieser schweren Zeit sollten wir alle zusammenhalten“, stand in seinem Sammelaufruf. „Es wäre schön, wenn ihr die einzige Gaststätte hier im Ort unterstützen würdet. Das gesamte gesammelte Geld kommt der Inhaberin zugute.“ Die Reaktionen war durchweg positiv. „Die Leute waren alle nett“, erzählt der Sechstklässler. In einem großen Schraubglas sammelte er die Spenden, meist zwischen zwei und 20 Euro. „Ein Euro hilft auch schon“, versicherte er denen, die zögerten.

Nur ein paar wenige Male musste er ohne Spende wieder abziehen. Auch diese Leute habe er „komplett verstanden“, sagt der Elfjährige. Schließlich hat nicht jeder Geld übrig, das er verschenken kann.

Janiks Ziel war, 300 Euro zu sammeln. Das hat er deutlich übertroffen. 377 Euro lagen am Ende in seinem Glas. Damit marschierte er in die Sportgaststätte, und diesmal war er ganz froh, dass seine Eltern mitkamen. Nachdem Wirtin Simona Tsitiridou begriffen hatte, dass das Geld für ihr Lokal gedacht war, kamen ihr fast die Tränen. „Sie war gerührt und hat sich sehr gefreut“, erzählt Janiks Mutter. „Das Geld hilft ihr wohl tatsächlich sehr.“

Britta Lott ist stolz auf ihren Sohn. Und der freut sich schon darauf, in der Taverna Simona wieder seine Lieblingsgerichte Gyros und Ofenspaghetti zu essen – wenn sie endlich wieder geöffnet hat.

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