Eine neue Route soll künftig von Egenhofen aus nach Poigern und die Wälder führen. Sie soll am südlichen Ende der Mühlstraße beginnen. archivFoto: Kramer
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Eine neue Route soll künftig von Egenhofen aus nach Poigern und die Wälder führen. Sie soll am südlichen Ende der Mühlstraße beginnen.

Egenhofen

Glonnau: Neuer Weg soll entstehen

  • Eva Strauß
    vonEva Strauß
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Die Egenhofener sollen künftig wieder direkt in die Glonnau gelangen können. Über drei Jahre nach Abriss der alten Brücke über den Freigraben soll ein neuer Weg entstehen – und zwar im Süden der Gemeinde hinter einem Spielplatz.

Egenhofen – Quasi über Nacht war Ende März 2017 die Brücke, die am Ende der Mühlstraße über den Freigraben, einen Seitenarm der Glonn, führte, verschwunden. Das Wasserwirtschaftsamt hatte sie abreißen lassen, da geplant ist, den Bach zu verlegen und zu renaturieren. Der Weg wurde umgepflügt. Der Steg über die Glonn wurde gesperrt. Seitdem müssen die Egenhofener die Staatsstraße nutzen, wenn sie zu Fuß oder mit dem Rad nach Poigern oder in die Wälder wollen.

Die Empörung war damals groß in Egenhofen. Eine Bürgerinitiative formierte sich und forderte die Wiederherstellung des alten, historischen Zugangs in die Glonnau. Die Initiative argumentierte mit einem historischen Gewohnheitsrecht.

Seitdem ist einiges Wasser die Glonn hinab geflossen, passiert ist nichts. Doch nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Denn der Gemeinderat hat beschlossen, dass ein neuer Zugang zur Glonnau realisiert werden soll. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, entsprechende Angebote einzuholen und Aufträge zu vergeben.

Geplant ist, dass der neue Weg am südlichen Ende der Mühlstraße entstehen soll, hinter einem Spielplatz. Dort befindet sich bereits eine private Betonkonstruktion über die Glonn. „Diese bekommt ein Geländer“, erklärt Rathauschef Martin Obermeier (NLE) auf Tagblatt-Nachfrage. Über den dahinter verlaufenen Freigraben soll eine Brücke errichtet werden.

Neu ist die Idee, den bestehenden Überweg am südlichen Ende der Mühlstraße als Alternativroute zu nutzen, aber nicht. Sie wurde bereits im September 2017 diskutiert. Nun soll sie umgesetzt werden. „Ziel ist es, noch heuer von dort aus in die Glonnau spazieren zu können“, erklärt Obermeier. „Ich denke, das ist eine Lösung, die den Egenhofenern eine schnelle Möglichkeit bietet, in dieses Gebiet zu kommen.“

Der Weg soll – ähnlich wie der alte – rund 1,20 Meter breit werden. Wie und wo er genau verlaufen soll und vor allem wie viel Grund nötig ist, das muss noch geklärt werden. Denn diese Flächen muss die Gemeinde erst noch kaufen. Wie Obermeier berichtet, sei das aber mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem der Boden dort gehört, geklärt. „Es wurde vereinbart, dass ein Grunderwerb möglich ist“.

Als erster Schritt soll nun ein Vermesser beauftragt werden. Dieser wird eine mögliche Route erarbeiten und auch herausfinden, wie viel Grund letzten Endes erworben werden muss. Mittel für die Realisierung des neuen Zugangs sollen in den Haushalt eingestellt werden, so der Bürgermeister. Über die Kosten könne man derzeit noch nichts sagen.

Laut Obermeier ist die historische Route aber nicht komplett vom Tisch. Dem Rathauschef schwebt langfristig vor, den alten Weg wieder zu aktivieren – allerdings nicht durch Brücken, sondern durch Furten. Diese seien ohnehin im Rahmen der Glonnverlegung geplant, so Obermeier. So könnte ein Rundweg geschaffen werden. Über diese Idee habe man bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt gesprochen.

Die Bürgerinitiative lehnt den alternativen Zugang zur Glonnau ab. Sie hat dem Gemeinderatsbeschluss widersprochen, wie aus einer Erklärung hervorgeht. Denn die BI ist der Ansicht, dass der altrechtliche Weg nach wie vor Bestand hat. Sie wirft der Gemeinde vor, nicht die Rechtslage bezüglich des alten Weges klären, sondern Neues als Ersatz schaffen zu wollen. „Dies bedeutet, dass die Interessen Einzelner Vorrang haben vor den Belangen des Gemeinwohls“, heißt es in der Erklärung. Denn die gesperrte Brücke über die Glonn ist ja zum Teil in Privatbesitz.

Zudem seien der Bau einer neuen Brücke und das Anlegen eines neuen Weges am südlichen Ende der Mühlstraße teurer als die Wiederherstellung der alten Route, argumentiert die Bürgerinitiative. Warum Letzteres nicht erfolge, sei nicht nachvollziehbar.

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