Landwirt Benno Thalhöfer mit Tochter Isabella aus Egenhofen.
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Der Müll von sechs Tagen: Benno Thalhofer und Töchterchen Isabella zeigen, was sie alles auf den Feldern gefunden haben.

In Corona Zeiten

Immer mehr Müll auf den Feldern: Landwirt ist sauer

Benno Thalhofer ärgert sich. Immer wieder findet der Egenhofener Landwirt Müll auf seinem Feldern – achtlos weggeworfen von Spaziergängern und Autofahrern. In Corona-Zeiten sei es sogar noch mehr geworden.

Egenhofen – Flaschen, Sprühdosen, eine Chipsverpackung, Getränkedosen und ein Tennisball: Das hat Benno Thalhofer in nur sechs Tagen auf seinen Feldern bei Holzmühl eingesammelt. Oft findet der 39-jährige Landwirt Gesichtsmasken und Einmalhandschuhe – einfach entsorgt von Passanten und Autofahrern. Und auch bei der Wasserkraftanlage auf seinem Hof, der seit Generationen im Familienbesitz ist, liegt immer wieder Unrat im Wasser. Ganze Säcke von Hausmüll habe er dort schon gefunden.

Das ärgert ihn. Nicht nur, dass es nicht schön aussieht und der Müll immer mehr wird, wenn dort schon welcher liegt. Es kann für seine Kühe – 100 Stück hält Thalhofer – auch richtig gefährlich werden. „Deshalb räumen wir immer vor dem Mähen die Wiese auf“, erklärt er. Würden sie aber doch mal eine Dose übersehen, verwandle der Mäher diese in kleine, scharfkantige Metallstücke. Diese könnten ins Futter gelangen und so von den Tieren verschluckt werden. „Das ist sehr schmerzhaft und kann für die Kühe sogar tödlich sein“, sagt der Landwirt. Zudem verwenden Vögel das Plastik zum Nestbauen. Und ihre Küken könnten daran ersticken, befürchtet Thalhofer.

Verschmutzer machen sich einfach aus dem Staub

Persönlich erwischt der 39-Jährige die „Verschmutzer“ nur selten. Wenn er aber doch mal Leute auf frischer Tat ertappt, dann seien diese oft komplett uneinsichtig. So habe eine Frau den Kot ihres Hundes zwar mit einer Tüte aufgesammelt, diese Tüte samt Kot dann aber nach wenigen Schritten in die Wiese geworfen. „Als ich sie darauf angesprochen habe, hat sie sich einfach aus dem Staub gemacht“, erzählt Thalhofer.

Diese Reifen wurden ebenfalls auf dem Grund von Benno Thalhofer illegal entsorgt. Sie lagen am Ackerrand.

Der Vater dreier Kinder versteht die Menschen, die den Müll einfach so in die Natur werfen, nicht. „Wir haben doch ein gutes Abfallsystem“, sagt er.

Egenhofens Bürgermeister Martin Obermeier stimmt dieser Einschätzung zu. Zwar habe er noch keine konkreten Anfragen zum Thema Müll in der Landschaft erhalten, doch seien in seiner zweimonatigen Amtszeit bereits zwei neue Hundekotstationen aufgestellt worden. Die kleinen Wertstoffhöfe in der Gemeinde seien ebenfalls rund um die Uhr erreichbar. „Und auch wenn mal kein Mülleimer da ist, ist das kein Grund, den Abfall einfach in die Landschaft zu werfen“, sagt Obermeier. Das findet auch Benno Thalhofer.

Weitere Nachrichten aus der Gemeinde Egenhofen finden Sie hier.

Sven Behrens

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