Hans Huber starb mit 74 Jahren. Repro: os
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Hans Huber starb mit 74 Jahren.

Nachruf

Trauer um einen Pionier des SC Oberweikertshofen

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Der FC Bayern und der SC Oberweikertshofen (SCO) – das waren Hans Hubers Vereine. Dem einen war er jahrzehntelang ein treuer Fan. Für den anderen war er einer der Motoren, die aus einem Grüppchen Fußballbegeisterter einen bestens ausgestatteten Sportclub mit acht Abteilungen und 1200 Mitgliedern machten. Nun ist Hans Huber mit 74 Jahren gestorben.

Poigern - Der im September 1946 geborene Landwirtssohn war noch keine 15 Jahre alt, als der SCO im Sommer 1961 gegründet wurde. Doch er war von Anfang an aktiv dabei und leistete gemeinsam mit seinem Vater und seinen Brüdern Aufbauarbeit. Hubers Vater stellte damals den Grund für den ersten Sportplatz zur Verfügung und schuf damit überhaupt erst die Voraussetzung für einen geregelten Spielbetrieb.

Engagement, Hilfsbereitschaft und Geselligkeit – Hans Huber brachte die drei wesentlichen Attribute für ehrenamtliche Arbeit mit. Lange gehörte er dem SCO-Vorstand an. In seine Ära fiel der Bau des neuen Sportheims 1985 – ein Meilenstein, mit dem der SCO sein Raumangebot an Umkleiden und Sanitäranlagen auf den erforderlichen Stand brachte. Außerdem entstand mit der im Vereinsheim integrierten Waldgaststätte ein gesellschaftlicher Treffpunkt für die Oberweikertshofener – und nicht nur für die Sportfans unter ihnen.

Beruflich schien der Weg vorgezeichnet. Auf die Volksschule wäre Arbeit in der Landwirtschaft gefolgt, wobei Hans Huber als drittes von sechs Kindern nicht für die Übernahme des elterlichen Hofes vorgesehen war. So bildete er sich nach einer Landwirtschaftslehre und dem Wehrdienst zum Ingenieur für Landbau fort und fing 1971 bei der Volksbank an. Da diese viele Kunden aus der Landwirtschaft hatte, stellte sie gern Mitarbeiter mit dem entsprechenden Hintergrund ein.

Für Hans Huber ging es rasch bergauf – schon nach zwei Jahren übernahm er die Leitung der Zweigstelle in Grafrath. Später wechselte er zur Sparkasse, wo er als Geschäftsstellenleiter in Maisach Jahre lang das Gesicht der Bank war. Als offener, umgänglicher Mensch mochte er vor allem den Kundenkontakt. „Die Arbeit hat ihm sehr entsprochen“, sagt seine Frau Marianne, mit der Huber 46 Jahre verheiratet war.

In der Kommunalpolitik engagierte sich der Vater dreier Söhne als Gemeinde- und Kreisrat für die CSU, in deren Kreisvorstand er zwei Jahrzehnte lang vertreten war. Neben Arbeit, Familie und Ehrenämtern organisierte Huber gern Fahrradreisen oder Städtetrips, die er mit Freunden gemeinsam unternahm. Am liebsten steuerte er Ziele in Deutschland und Österreich an – und alle halbe Jahre ging es nach Südtirol.

Der Großvater von sieben Enkeln hatte noch viele Pläne, die jedoch von einer schlimmen Diagnose im letzten Sommer zunichte gemacht wurden. Mit großer Freude erlebte er noch die Ankunft seiner jüngsten Enkelin im Oktober mit, doch in den folgenden Monaten schwanden seine Kräfte zusehends.

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