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Zustimmung unter Vorbehalt

Egenhofen: Skepsis gegenüber Wohnbaugesellschaft

In Egenhofen herrscht Skepsis gegenüber einer Wohnungsbaugesellschaft. Die Gemeinde behält sich deshalb einen Beitritt bei dem interkommunalen Projekt des Landkreises vor.

Egenhofen – Die interkommunale Wohnungsbaugesellschaft, die der Landkreis sowie zahlreiche Kommunen im Brucker Land gründen wollen, trifft in der Flächengemeinde Egenhofen auf Skepsis. Erst nach intensiver Diskussion einigte sich der Gemeinderat zuletzt darauf, dem Beitritt „vorbehaltlich“ zuzustimmen – wenn auch mit drei Gegenstimmen.

Bürgermeister Josef Nefele (BGE) und seine Verwaltung hatten dem Gremium eine „grundsätzliche“ Zustimmung vorgeschlagen. Toni Schräfl (WGE) brachte das Unbehagen der Ortspolitiker auf den Punkt: „Welchen Vorteil haben wir davon, wenn wir der Gesellschaft beitreten?“ Egenhofen verfüge über genügend Baugrund, den die Kommune in Eigenregie oder in Kooperation mit einem Bauträger entwickeln könne. Der Bürgermeister widersprach: „Der Aufwand für einen eigenen Wohnungsbau ist viel zu hoch, das können wir mit unserer Verwaltung gar nicht schaffen.“ Jeder Auftrag müsse öffentlich ausgeschrieben, der Bau überwacht werden, so Nefele.

Martin Obermeier (BGE) hielt dem Rathaus-Chef das Beispiel Odelzhausen entgegen. Die Nachbargemeinde im Landkreis Dachau gründete im Juli ein kommunales Bauunternehmen, das nicht an die öffentlichen Ausschreibungsrichtlinien gebunden ist. Eine weitere nördliche Nachbargemeinde, Pfaffenhofen an der Glonn, baute jüngst ein Fünf-Familienhaus in Eigenregie, zudem nun ein neues Kinderhaus. Die Angebote holt ein Architekt ein, über die Aufträge entscheidet der Gemeinderat. Beide Kommunen sind auch Mitglied der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Dachau.

Obermeier stellte zwei weitere Schlüsselfragen: „In welchen Kommunen wird gebaut? Haben wir Einfluss auf die Gebäudegrößen?“ Erstere Frage konnte zum jetzigen Zeitpunkt niemand beantworten. Zweitere beantwortete Egenhofens Bauamtsleiterin Marianne Kottermair dem Tagblatt: „Für eine interkommunale Wohnungsbaugesellschaft gelten genau dieselben Regeln wie für jeden anderen Bauherren. Der Gemeinderat kann je nach Verfahren Einfluss auf die Gebäudegröße nehmen wie bei jedem anderen Bauprojekt auch.“

Gabriele Dietrich (CSU) versetzte sich in die Position einer flächenarmen Kommune aus dem Landkreis-Osten: „Wieso sollte eine Gemeinde wie Gröbenzell Geld in eine Firma investieren, die bei uns Wohnungen baut?“ Um dem Dilemma des hohen Aufwands bei gemeindeeigenen Projekten zu entgehen, schlug die Anwältin vor, Grundstücke im Erbbaurecht zu vergeben.

Vizebürgermeister Thomas Mösl (BVA) wandte sich gegen eine pauschale Ablehnung des Beitritts. Schon allein, weil ihn der endgültige „Gesellschaftervertrag und die Businesspläne“ interessierten. Mösls Wortmeldung gab den Ausschlag, dass Nefele weitere Verhandlungen im Namen Egenhofens führen darf. Gegen den Beschluss stimmten Toni Schräfl, Thomas Wieser (beide WGE) und Gabriele Dietrich (CSU). (kra)

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