Gemeinderat

Wie Egenhofen das neue Rathaus finanziert

Es war eine starke Botschaft, die Egenhofens Bürgermeister Josef Nefele (BGE) am Montagabend im Gemeinderat verkündete: „Wegen eines Rathaus-Neubaus wird kein anderes Vorhaben in der Gemeinde schlechter gestellt.“

Egenhofen – Weder die Renovierung der Mehrzweckhalle in Aufkirchen noch die Erneuerung von Wasserleitungen wie zwischen Poigern und Waltenhofen.

Gemeinderat Martin Obermeier (BGE) wollte unter anderem wissen, woher das Geld für den Neubau kommen soll. Aber auch, ob sich daraus Einschränkungen für die Haushalte der kommenden Jahre ergäben. Und ganz konkret: „Welche Projekte können wir uns noch leisten?“ Obermeier begründete seine Anfrage: „Ich werde immer wieder von Bürgern angesprochen, die mich fragen, ob wir uns einen derartigen Bau überhaupt leisten können.“

Martin Obermeier wollte wissen, woher das Geld kommt. 

Der beauftragte Architekt geht bei seinen ersten Schätzungen von rund vier Millionen Euro Baukosten aus. Amtsleiter und Kämmerer Robert Köll verwies auf die gute finanzielle Lage der Kommune mit Rücklagen von rund 2,4 Millionen Euro. Das neue Rathaus könne man über den Verkauf von Baugrundstücken (rund eine Million Euro), eine Entnahme aus den Rücklagen (ebenfalls eine Millionen Euro) sowie über Kredite in Höhe von zwei Millionen Euro finanzieren – was bei den gegenwärtig niedrigen Zinsen problemlos machbar sei. Selbst Tilgungsraten von zehn Prozent pro Jahr hält Köll für realistisch: „Wir erwirtschaften jedes Jahr einen beträchtlichen Überschuss .“

Ganz zufrieden war man im Gemeinderat mit diesen Aussagen aber nicht: Georg Strasser (CSU) berichtete: „Die Leute haben Angst, dass das Geld zum Beispiel bei den Vereinszuschüssen fehlt.“ Er forderte wie Obermeier eine mittelfristige Finanz- und Projektplanung.

Nefele entgegnete: „Ich bin seit 21 Jahren Bürgermeister. In meiner Zeit sind die Schulden überhaupt erst abgebaut worden. Mir ist um die finanzielle Zukunft der Gemeinde Egenhofen in keiner Art und Weise bange.“ Er verwies auf die Grundstücke, die die Kommune „in der Hinterhand“ hätte. Sein Stellvertreter Toni Mösl meinte: „Erst müssen wir überlegen, was wir wollen, dann planen und uns anschließend Gedanken über die Finanzierung machen.“ 

Von Horst Kramer

Rubriklistenbild: © dpa

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