Mangelnde Resonanz 

Eltern antworten nicht: Kita-Planung schwierig

Egenhofen – Die Planungen für das neue Kindergartenjahr hängen in der Schwebe – viele Eltern haben einen Fragebogen der Gemeinde nicht beantwortet.

Im Herbst waren Mütter und Väter der zwischen September 2011 und August 2016 geborenen Kinder angeschrieben und nach deren Betreuungsbedarf befragt worden. 180 Briefe wurden verschickt, nur 77 Fragebögen kamen zurück.

Neun Eltern gaben an, ihre Kinder in keine der Einrichtungen schicken zu wollen, weder in die Kinderhäuser in Egenhofen und Aufkirchen, noch in die Mittagsbetreuung der Aufkirchner Grundschule (in die auch Vorschulkinder gehen). Aus dieser Datenlage zog Amtsleiter Robert Köll den Schluss: „Für die Gemeinde ergibt sich derzeit kein Handlungsbedarf bezüglich der Planung oder des Baus weiterer Betreuungsplätze.“

Die Frage ist freilich, was mit den anderen 57 Prozent der Eltern ist: Wollen die ihre Kinder zu Hause betreuen oder haben sie vergessen, den Fragebogen auszufüllen? Rechnet man die Antworten auf die „schweigende Mehrheit“ hoch, so wie es Peter Kiser (CSU) in der Gemeinderatssitzung vorschlug, kämen 21 Kinder ohne kommunale Unterstützung aus – im Umkehrschluss hieße das, dass die Kommune Plätze für 159 Kinder vorhalten sollte. Das wäre kein Problem, denn die beiden Kinderhäuser verfügen über 123 Kindergarten- und 39 Krippenplätze, die Mittagsbetreuung kann 57 Schüler aufnehmen. Rein rechnerisch kämen dann auch die 17 Kinder unter, die derzeit ohne Platz sind.

Doch möglicherweise muss sich die Gemeinde ab September sogar um 171 Kinder kümmern. Zudem wechseln im kommenden Schuljahr 36 Kinder von den Kindergärten in die Grundschule. Wenn alle das mittägliche Angebot nutzen wollen, könnte es eng werden, da nur 16 Schüler eine weiterführende Lehranstalt besuchen.

Bürgermeister Josef Nefele (CSU) warnte: „Diejenigen, die sich nicht gemeldet haben, im Herbst aber trotzdem einen Kindergarten-, Krippen- oder Betreuungsplatz benötigen, müssen sich hinten anstellen.“ Zumal alle Einrichtungen ein gemeinsames Problem haben: Fachpersonal ist Mangelware und kurzfristig nicht verfügbar. 

von Horst Kramer 

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