Landkreisübergreifend

Endspurt für den Räuber-Kneißl-Radweg

Die West-Allianz arbeitet mit Hochdruck an ihrem Vorzeige-Tourismusprojekt: dem Räuber-Kneißl-Radweg. Im Herbst ist die Eröffnung geplant.

Pfaffenhofen an der Glonn/Landkreis Fürstenfeldbruck – Die Zeit drängt, doch Helmut Zech, der Vorsitzende des West-Allianz-Arbeitskreises „Tourismus“ ist guter Dinge. Sehr guter Dinge sogar, denn er findet, dass der Räuber-Kneißl-Radweg „ein Vorzeige-Projekt“ zu werden verspricht. Zech ist Bürgermeister in Pfaffenhofen an der Glonn (Landkreis Dachau). Seine Gemeinde hat die Federführung beim Radweg übernommen.

In der vergangenen Woche hatte sich die Projektgruppe getroffen: Neben den Repräsentanten der West-Allianz-Gemeinden Gröbenzell, Maisach, Karlsfeld, Bergkirchen, Sulzemoos, Odelzhausen sowie Pfaffenhofen waren auch die Fachleute der Agentur Topplan vor Ort, die für die Konzeption und Realisierung zuständig sind. Die Allgäuer haben schon zahlreiche Radweg-Maßnahmen im süddeutschen Raum umgesetzt, auch im Brucker Land.

Vier Rundtouren

Im Herbst 2014 wurden die ersten Ideen diskutiert, mit der Figur des Kleinkriminellen Matthias Kneißl (1875-1902) im Mittelpunkt. Das Projekt wird mit EU-Mitteln realisiert. Voraussetzung für die Zuschüsse war die Bürgerbeteiligung. Das setzte die West-Allianz mit Workshops vor Ort um.

Der Räuber-Kneißl-Radweg besteht aus vier unabhängigen Rundtouren, in deren Mittelpunkt sieben Informations- und Spielstationen stehen – jede Station wird von einer Kommune betreut. Jede Tour ist so gestaltet, dass sie auch problemlos von Kindern bewältigt werden kann.

Der Gröbenzeller Streckenabschnitt führt am Gröbenbach entlang und an der Kneippanlage vorbei, die Station behandelt „Flucht und Verfolgung“. Maisach greift den Faden mit den weiteren Ereignissen von der „Verfolgung über die Verhandlung bis zur Hinrichtung“ auf; die Kapelle in Überacker spielt dabei eine zentrale Rolle. Von der Maisacher Runde kann man direkt in eine Nordschleife abzweigen: von Wenigmünchen über Egenhofen bis nach Pfaffenhofen, wo Zech ein Spiel- und Abenteuergelände in der Nachbarschaft des Egenburger Sportgeländes plant. Das Thema der Infostation lautet: „Rezeption und Mystik“.

Museumshütte geplant

In Sulzemoos ist eine „Museumshütte“ geplant – Kneißl verbrachte in unmittelbarer Nähe seine Jugend. Klar, dass es hier um die Kindheit und Jugend des Räubers geht. Von dort kann man die Tour auf die Bergkirchener Schleife ausdehnen, die auch über Olchinger Gelände führt.

Unterwegs können die Radtouristen nicht nur etwas über den Kneißl und seine Zeit lernen (auf Infotafeln und mit einer Audio-App), sondern natürlich auch in Gaststätten einkehren. „Wir wollen schließlich etwas für die heimische Wirtschaft tun“, sagt Zech.

Auch an Radpannen haben die Kneißl-Tour-Erfinder gedacht: Jede Station ist mit einer Radservice-Säule ausgestattet – dort findet man Fahrradpumpen mit Druckmesser und Mehrventilaufsätzen, Reifenheber sowie eine Vielzahl von Schrauben- und Imbusschlüsseln. Für E-Bike-Nutzer stehen kostenfreie Ladeanschlüsse bereit.

Dass alles bis zum Herbst fertig wird, will Zech nicht garantieren. „Aber die Wege werden alle ausgeschildert sein, und die Stationen stehen bereit.“ Damit das alles klappt, muss der Räuber Kneißl wohl noch einen kräftigen Endspurt hinlegen. (kra)

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