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Das war das alltägliche Essen der Bauernfamilien vor 100 Jahren: (v.l.) Anna-Maria Neider, Rosi Schöpf und Resi Aumüller.

Neue Ausstellung in der Furthmühle

Krapfa und Kraut statt Donuts und Datteln

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Die Supermärkte von heute bieten Waren aus der ganzen Welt an. Doch dass es auch Zeiten gab, in denen man nur von dem leben musste, was das eigene Feld abwarf, weiß kaum noch jemand. Einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht die neue Ausstellung „Krapfa und Kraut“ in der Furthmühle.

So sah Omas Speisekammer aus: Der Nachbau soll zeigen, wie man sich ohne Kühlung behalf und Lebensmittel haltbar machte.

Egenhofen – Das Leben zu Zeiten der Ur-Ur-Ur-Großmutter ist Thema der neuen Jahresausstellung der Furthmühle. Auf einem ganzen Stockwerk findet sich vom alten Krauthobel bis hin zum massiven Küchenofen alles, was die Menschen auf dem Land seit Beginn des 19. Jahrhunderts verwendet haben. Die Aussteller scheuen auch nicht den Vergleich mit der heutigen Zeit und zeigen, in welchem Überfluss wir im Vergleich zu damals leben.

Mit musikalischer Begleitung der Gesangsgruppe „No Limits“ begrüßte Klaus Reindl vom Förderverein Furthmühle die vielen Gäste, die am Donnerstagabend trotz widrigen Wetters den Weg nach Egenhofen gefunden hatten. „Wir können für vieles was, aber nicht dafür, dass es so viel schneit“, scherzte er. Hausherr Albert Aumüller erzählte aus seiner Kindheit, als die Furthmühle noch landwirtschaftlich genutzt wurde. „Ich kann mich erinnern, dass in dem Raum, in dem wir jetzt sind, früher die Ackerpferde untergebracht waren“, sagte der 67-Jährige.

So war das Leben, bevor es Kühlschrank und Supermarkt gab

Er hat die Ausstellung mit vorbereitet: Martin Obermeier an einem alten Ofen.

Nicht nur mit Ohren und Augen, sondern auch mit Appetit näherten sich dann alle dem Ausstellungsthema an: Mühlenchefin Resi Aumüller verteilte mit Rosi Schöpf und Anna-Maria Neider Krapfa und Kraut. „Einfaches Gebäck und Sauerkraut, das war das alltägliche Essen der Bauernfamilien vor 100 Jahren“, erzählt Neider – die mit Gemeinderatsmitglied Martin Obermeier und vielen Helfern vom Förderverein die Ausstellung entworfen hatte. Vor einem Jahr waren Neider und Obermeier auf die Idee gekommen, eine Ausstellung über das Leben in den vergangenen 200 Jahren zu machen – speziell mit Bezug auf Anbau, Ernte und Lagerung von Lebensmitteln. Obermeier recherchierte Zahlen und Fakten aus alten Quellen, Neider sprach mit Zeitzeugen über deren Kindheit auf dem Bauernhof. „Ich habe mit einer 80-jährigen Bäuerin gesprochen, die sich noch an jedes Detail des Hofes ihrer Großmutter erinnern konnte“, sagte Neider. So entstand nach und nach ein Bild davon, wie das Leben vor Kühlschrank und Supermarkt aussah.

Früher wurde im Obergeschoss Öl gepresst, erzählt Aumüller. „Wir haben die Bahnen an der Wand, die das Öl hinabgeflossen ist, restauriert, und so kann der Besucher die Rillen in der Wand mit den Händen nachfahren“.

Im ersten Stock finden sich neben Schautafeln Geräte und Utensilien aus der damaligen Zeit. Vor allem die jüngeren Gäste waren beeindruckt vom Nachbau von Omas Speisekammer und wie man früher Lebensmittel haltbar gemacht hat. Neben gedörrtem und eingelegtem Essen findet sich aber auch ein Stück „Moderne“ im Ausstellungsraum: Ein alter Eisschrank, den man mit Eisplatten, die man vom lokalen Wirt bekam, füllen musste, gesellt sich zum fast schon tonnenschweren Küchenofen, auf dem man endlich ohne offenes Feuer kochen konnte.

Für Neider und Obermeier war auch wichtig, interaktive Elemente zu integrieren, um vor allem Kindern spielerisch die alte Zeit näher zu bringen. So kann man testen, ob der eigene Arm der alten Maßeinheit Elle entspricht und wie man mit Faustmaß die Höhe eines Pferdes bestimmte.

Die Ausstellung „Krapfa und Kraut“ in der Furthmühle in Egenhofen

ist geöffnet ab dem 1. April an Sonn- und Feiertagen von 13.30 bis 17 Uhr. Man kann auch im Anschluss an eine Mühlenführung die Ausstellung besuchen.

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