Egenhofen führt Gespräche mit Nachbarn

Gegenwind bei Windrad-Planung

Im Westen weht der Wind weiter: Egenhofen will mit den Nachbargemeinden prüfen, ob Windräder trotz 10H-Regelung möglich sind.

Egenhofen – Die Kommune will sich noch nicht von der Windkraft verabschieden – trotz des sich anbahnenden Endes des gemeinsamen Teilflächennutzungsplans der Landkreis-Kommunen. Bürgermeister Josef Nefele (BGE) wies im Gemeinderat auf die Nachbarkommune Maisach hin. Diese will prüfen, ob es auf ihrem Areal Standorte gibt, die einen Mindestabstand von 800 Metern oder mehr zur nächsten Wohnbebauung ausweisen. Ähnliche Gedanken gibt es in Mammendorf. Daher, so folgerte Nefele, könne man mit den Nachbarn prüfen, „ob ein eventuell verträglicher Standort entwickelt werden kann“.

Obwohl Nefele den Sachverhalt vorsichtig formuliert hatte, wehte ihm sofort Gegenwind ins Gesicht. „Ich halte von Windkraft in Bayern gar nichts“, sagte CSU-Fraktionschefin Gabriele Dietrich. Als Grund nannte sie mangelnde Rentabilität – obwohl das Malchinger und das Mammendorfer Rad 2016 die Erwartungen wie berichtet übertroffen hatten. Dietrich erzählte, dass ihrer Beobachtung nach „die fünf Windräder bei Odelzhausen die meiste Zeit still stehen“. Nefele konterte: „Aber nicht, weil kein Wind geht, sondern, weil der Strom nicht gebraucht wird.“ Eine Situation, die sich ändern werde, wenn kein Atomstrom mehr zur Verfügung stehe.

Die CSU-Chefin wies zudem auf die „enorme Ablehnung“ hin, die ein Projekt in Oberschweinbach vor einigen Jahren erfahren hatte. „Das war Wahlkampf damals“, erinnerte der Rathauschef.

Bettina Zacherl (WGA) wollte wissen, ob die Nachbarn in Egenhofen nachfragen müssen, wenn ein Windrad auf Maisacher Flur gebaut werden soll, das die 10H-Regel der Staatsregierung in westlicher Richtung nicht einhalte. Nefele bejahte und ergänzte: „Wir reden nicht mehr von Mindestabständen von 600 Metern oder weniger, sondern von 1000 Metern oder mehr.“ Zacherl war nicht überzeugt: „Verbauen wir uns nicht Entwicklungsmöglichkeiten, wenn wir einem Windrad zustimmen?“ Nefele sagte, so weit sei man noch lange nicht.

Eine große Mehrheit der Ortsvertreter fand es prinzipiell gut, unverbindliche Gespräche mit den Nachbarkommunen zu suchen. Außer mit seinen Kollegen in Mammendorf und Maisach wird der Egenhofener Bürgermeister auch Kontakt mit den Rathäusern in Oberschweinbach und Mittelstetten aufnehmen. „Alles wird immer öffentlich stattfinden, die Bürger werden frühzeitig informiert“, versprach Nefele. Bürgerbeteiligungsprojekte hätten für ihn sogar Priorität: „Das ist durchaus lukrativ, jedenfalls lukrativer als Bankeinlagen.“ (kra)

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