Glonnau: Jetzt prüft die Kommunalaufsicht

Der Egenhofener Erich Meitinger beklagt das langsame Vorgehen des Unterschweinbacher Rathauses in Sachen Glonnau-Zugang – und hat einen Brief ans Heimatministerium geschrieben. Jetzt wird die Kommunalaufsicht tätig.

Egenhofen – Dass Erich Meitinger ein Mann der Tat ist, ist vielen Egenhofenern seit dem berühmten Streit um drei Absperrpfosten zwischen der Krokus- und Blumenstraße in Egenhofen bestens bekannt – die von der Gemeinde aufgestellten Metallstäbe mussten abgebaut werden. Nun ist der engagierte Rentner auch in Sachen Glonnau-Zugang tätig geworden: Er hat Heimat- und Finanzminister Albert Füracker (CSU) angeschrieben, um Bewegung in die Verhandlungen zwischen dem Unterschweinbacher Rathaus und den Grundstücksbesitzern zu bringen.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei das staatliche Wasserwirtschaftsamt. Zur Erinnerung: Im März 2017 riss die Behörde eine Brücke über den Freigraben, einen Seitenarm der Glonn, ab. Außerdem wurde eine Brücke über die Glonn gesperrt. Der direkte Spazierweg von Egenhofen in die Glonnau ist den Egenhofenern damit genommen. Daher gründete sich seinerzeit eine Bürgerinitiative, die dem Rathaus eine Unterschriftenliste mit 135 Namen überreichte.

Der Anwohner Norbert Link-Tekampe fungiert als einer der Sprecher dieser Gruppe, zu der auch Meitinger zählt. Der frühere „Pfosten-Kritiker“ erklärte gegenüber dem Tagblatt: „Es sind jetzt schon 18 Monate vergangen ohne wesentliche Ergebnisse.“ Er klagt: „Bei allen Verhandlungen, die der Bürgermeister geführt hat, waren weder Gemeinderäte noch Herr Tekampe dabei.“ Sein Verdacht: Rathauschef Josef Nefele (BGE) will die Sache auf die lange Bank schieben.

Dass der Finanz- und Heimatminister demnächst selber in Egenhofen vorbeischaut und sich der Sache persönlich annimmt, hatte Meitinger freilich nicht erwartet – dass das Ministerium aktiv wird, schon. Und tatsächlich hat das Haus am Münchner Odeonsplatz zwischenzeitlich das Bauamt im Brucker Landratsamt eingeschaltet. Die Behörde leitete den Vorgang weiter an die Kommunalaufsicht, die seinerseits die Egenhofener Verwaltung zu einer Stellungnahme aufforderte.

Amtsleiter Robert Köll bestätigte den Eingang eines entsprechenden Schreibens gegenüber unserer Zeitung. Bürgermeister Josef Nefele (BGE) widerspricht dem Vorwurf der Untätigkeit: „Wir haben zuletzt unter anderem die betroffenen Grundstücksbesitzer für den Fußweg angeschrieben.“ Von der Tulpenstraße soll ein Weg zur Mühlstraße führen, so dass auch Bürger aus dem Egenhofener Nordwesten ohne Umwege zur Glonn spazieren können. Jedoch kann der Weg diesen Zweck ohne Querungen über die Glonn und den Freigraben nicht erfüllen.

Das Rathaus will nun juristische Optionen prüfen – ein Vorgehen, dass einige Egenhofener Gemeinderäte wie Thomas Wieser (WGE) schon vor vier Monaten gefordert hatten. Nefele berichtet: „Um einen Anwalt beauftragen zu können, benötigen wir drei Angebote. Bisher haben wir aber erst zwei erhalten.“ Mit anderen Worten: Eine juristische Aufarbeitung der komplexen Sachverhalte hat noch nicht stattgefunden. Ob Meitingers Aktion zur Beschleunigung des Vorgangs beiträgt, wird sich zeigen. Der Rentner übt sich in Geduld: „Wegen der Landtagswahl und Bezirkstagswahl kann ich mit einer Antwort der Kommunalaufsicht leider erst Ende Oktober rechnen.“ (kra)

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