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In Unterschweinbach steht das aktuell genutzte Rathaus der Egenhofener Großgemeinde. In dem Ortseil soll auch der Neubau entstehen.

Zweistündige Debatte

Egenhofen vertagt Entscheidung über Neubau des Verwaltungssitz

Rund zwei Stunden haben Egenhofens Gemeinderäte über die Gestaltung des neuen Rathauses für die Großgemeinde diskutiert. Entschieden wurde jedoch nichts.

Egenhofen/Unterschweinbach – Der Grund: Die Gemeindeverwaltung hatte laut Amtsleiter Robert Köll erst einen Tag vor der Sitzung einige Planungsunterlagen vom Germerswanger Architekten Wilhelm Greulich erhalten und an die Gremiumsmitglieder weiter gegeben. „Für eine intensive Sichtung war die Zeit einfach zu kurz“, moniert Thomas Wieser (WGE). Er hatte daher beantragt, keine Beschlüsse zu fassen. „Um nicht auf Schienen zu kommen, von denen wir nicht mehr abweichen können“, wie er erläuterte. Wie das aktuell genutzte Rathaus soll auch das neue Gebäude im Ortsteil Unterschweinbach entstehen.

Eigentlich hätte das Kommunalparlament über Grundsatzfragen entscheiden sollen. Die Gemeindeverwaltung hatte dazu eine Liste mit zehn Fragestellungen erarbeitet. Zum Beispiel, ob das Gebäude zwei Obergeschosse erhält oder nur eines sowie ein ausgebautes Dachgeschoss. Oder ob das Haus unterkellert und wo der Sitzungssaal sein wird – im Erdgeschoss oder im ersten Stock. Oder ob und wo eine öffentlich zugängliche barrierefreie Toilette eingebaut wird. „Wir haben über sehr viele Punkte intensiv und konstruktiv diskutiert“, berichtet Vize-Bürgermeister Thomas Mösl (BVA). Er sieht das Projekt „auf einem guten Weg“. Mösl und sein Stellvertreterkollege Toni Schräfl (WGE) hatten die Themenfelder im Vorfeld mit dem Architekten und mit der Verwaltung beackert sowie die Alternativen erarbeitet.

Uschi Hackl (BGE) unterstreicht ebenfalls den Wert der offenen Diskussion, meint aber auch: „Über die einzelnen Zimmergrößen jetzt schon im Detail zu diskutieren, ist zu früh.“ Eine Einschätzung, die im Prinzip auch Gabriele Dietrich (CSU) teilt. Sie betont indes: „Uns war es wichtig, dass in dieser Sitzung keine Grundsatzbeschlüsse gefasst werden.“ Die CSU-Fraktion fordere erst ein Gesamtkonzept, so Dietrich, das nicht nur das neue Rathaus, sondern auch den gegenüberliegenden künftigen Dorfplatz und die spätere Nutzung des bisherigen Verwaltungssitzes durch die Unterschweinbacher Vereine umfasst.

Die CSU-Chefin sieht deswegen den Zeitplan skeptisch, den Bürgermeister Josef Nefele (BGE) vorgeschlagen hat: Die Ortsvertreter sollen gegebenenfalls weitere Ideen an den Architekten melden. Der hat eine Woche Zeit, die Anregungen einzuarbeiten. Das überarbeitete Konzept soll mit der Einladung zur nächsten Gemeinderatssitzung am 24. September verschickt und dann darüber abgestimmt werden. Wieser widerspricht: „Der Abgabetermin ist keine Deadline, nach der nichts mehr geht. Beim nächsten Gemeinderatstreffen werden wir erneut offen über den Stand der Dinge diskutieren.“ Gabriele Dietrich ergänzt: „Selbst wenn ich einigen Lösungen im Prinzip zustimmen könnte, bleiben die grundsätzlichen Fragen zur Gestaltung der Ortsmitte ungelöst.“

Dass ihre Fraktion die Planungen Ende September absegnet, hält sie für ungewiss. Hackl hält dem entgegen: „Wie der genaue Raumplan des Rathauses aussieht, hat mit den Funktionen des Dorfplatzes eigentlich nichts zu tun.“ Beide Projekte zu vermengen, würde den Rathaus-Neubau weiter erheblich verzögern: „Der Bau wird mit jedem Jahr, das wir warten, teurer. Wir müssen jetzt endlich vorankommen.“

Doch um eine gemeinsame Überplanung der Unterschweinbacher Ortsmitte wird der Gemeinderat wohl nicht herumkommen. „Das Landratsamt verlangt von uns, dass wir ein gemeinsames Bauleitplanungsverfahren einleiten“, erzählt der Rathauschef. Mit öffentlicher Beteiligung, ähnlich wie sie auch das Amt für ländliche Entwicklung für Erneuerungsprojekte wie die Gestaltung des Unterschweinbacher Dorfplatzes vorschreibt.

Horst Kramer

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