In Egenhofen

Ins Bürgerhaus ziehen wieder Kinder ein

Vor drei Wochen informierte Bürgermeister Josef Nefele (BGE) den Gemeinderat von der Notwendigkeit, bis zum Herbst zwei Kindergartengruppen aus dem Boden stampfen zu müssen. Jetzt präsentierte er die Lösung. Das Bürgerhaus wird wieder zum Kinderhaus gemacht.

Egenhofen – Vor gerade einmal vier Jahren war das Kinderhaus Krümelkiste vom Bürgerhaus ins neue Heim am Ortseingang umgezogen. Jetzt geht es notgedrungen in Teilen wieder zurück an die alte Stätte. Das hat durchaus Vorteile, wie Nefele im Gemeinderat erklärte: „Wir können die gesamte Infrastruktur nutzen.“ Allerdings müssten sowohl die Küche als auch die WC-Anlagen ausgetauscht werden, so der Rathauschef.

Auch eine Erweiterung des Kinderhauses mit Containern wäre laut Nefele denkbar gewesen. Die Kosten hätten aber dagegen gesprochen. Allein Mietkosten in Höhe von 80 000 Euro wären in zwei Jahren angefallen, Planungskosten nicht gerechnet. Die Restaurierung der Räume im ersten Stock des Bürgerhauses kostet dagegen nur rund 70 000 Euro.

Thomas Wieser (WGE) bestand allerdings darauf, dass die Bürgerhaus-Nutzung als Provisorium „für maximal zwei Jahre bezeichnet werde.“ Eine Idee, die Amtsleiter Robert Köll deutlich ablehnte. „Wenn wir heute eine Zwei-Jahres-Frist beschließen, muss ich morgen mit der Planung eines neuen Kinderhauses beginnen.“ Dafür wäre aber ein Vorlauf von mindestens drei Jahren notwendig.

Nefeles Stellvertreter Thomas Mösl (BVA) sprang Köll zur Seite: „Wir sollten erst einmal die politische Entwicklung abwarten.“ Speziell wegen der Landtagswahlen, denn: „Fast alle Parteien fordern eine kostenfreie Kinderbetreuung.“ Das hätte wohl weitreichende Folgen für jede Kommune, auch für die Förderung von Neubauten.

Wieser brachte neue Standorte für ein zusätzliches Kinderhaus ins Spiel, unter anderem nannte er das Grundschulgelände in Aufkirchen. Nefele wollte aber auch Unterschweinbach nicht ausschließen. Er erwartet, dass grundsätzliche Fragen zum Rathausneubau und zur Dorferneuerung in sechs bis acht Wochen geklärt sind.

Gabriele Dietrich (CSU) wollte wissen, wie sich die Zahl der Kinder weiter entwickle. Amtsleiter Köll klärte auf: „Wir können aus den Zahlen des Einwohnermeldeamts keine Kindergartenplätze hochrechnen.“

Das Katholische Kinderhaus St. Georg in Aufkirchen kann auch nicht aushelfen. Alle Gruppen seien komplett ausgebucht, versicherte Andreas Rieder (BGE).

Der Gemeinderat stimmte der Einrichtung von zwei Kindergartengruppen im Bürgerhaus für rund 40 Kinder zu. Wieser setzte durch, dass das Wörtchen „vorübergehend“ in den Beschluss aufgenommen wird. Voraussetzung ist allerdings, dass die obdachlosen Menschen, die dort untergebracht werden, eine neue Bleibe finden. (kra)

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