1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Egenhofen

Das ist die Vision für das neue Rathaus

Erstellt:

Kommentare

null
So könnte das neue Rathaus der Gemeinde Egenhofen im Ortsteil Unterschweinbach aussehen. © Visualisierung: Greulich

Das geplante neue Rathaus Egenhofens im Ortsteil Unterschweinbach ist einen kleinen Schritt weiter: Der Gemeinderat einigte sich in einer Kampfabstimmung, mit dem fünften Entwurf des Architekten weiter zu arbeiten.

Egenhofen Nach mehr als 90 Minuten Diskussion stand fest: Es geht weiter mit der Neubau-Planung. Grundlage ist einer der fünf Entwürfe des Germerswanger Architekten Wilhelm Greulich. Das Gebäude soll aus Keller, Erdgeschoss und zwei weiteren Etagen bestehen. Das Erdgeschoss und der erste Stock sind der Verwaltung vorbehalten. Wie das zweite Stockwerk – das sich nicht über die gesamte Hauslänge erstreckt – genutzt wird, ist noch offen. Bürgermeister Josef Nefele (BGE) sprach von einer „Zukunftsplanung“, zumal auch zwei Räume in den unteren Ebenen noch nicht verplant sind.

Heiß diskutiert wurde erneut die Lage des Sitzungssaals, in dem auch Trauungen stattfinden sollen. Der Raum ist rund 90 Quadratmeter groß, innen ist die Dachschräge mit einer Firsthöhe von 4,70 Meter sichtbar – ähnlich wie im jetzigen Sitzungssaal. Aus Brandschutzgründen muss er über eine zusätzliche Außentreppe verfügen. Die Platzierung des Saales sowie die Treppe waren Streitthema.

Gabriele Dietrich (CSU) plädierte vehement für einen Saal im Erdgeschoss, schon aus Barrierefreiheitsgründen. Nefele hielt dem die Kosten entgegen, die für einen Rollstuhllift im ersten Stock notwendig würden, weil der überhohe Saal zu einem Ebenenversatz im ersten Stock führen würde.

Mit einer Außentreppe konnte sich auch nicht jeder anfreunden. Hans Göttler (WGE) schlug zum Beispiel vor, die Treppe „auf der Nordseite zu verstecken“. Nefele hingegen meinte, dass ein ansprechend gestaltetes Stufenwerk den architektonischen Reiz erhöhen könnte.

Zuvor war Grundsätzliches diskutiert worden. Thomas Wieser (WGE) hatte Ende September seine Vision einer Unterschweinbacher Ortsmitte vorgelegt, die allen bisherigen Konzepten diametral gegenübersteht. Statt den künftigen Dorfplatz östlich der Kreisstraße – zu Füßen der Kirche – zu realisieren, will er das Areal westlich der Straße ansiedeln, so dass es mit der Freifläche südlich des neuen Rathauses verschmilzt. Dazu wollte er die Straße einige Meter Richtung Friedhof verschieben. Die Kosten dieser Maßnahme – Nefele sprach von „mindestens einer halben Million Euro“ – will Wieser durch den Verkauf eines Teils der Restfläche zwischen Kriegerdenkmal und Friedhof finanzieren, auf der dann ein Wohngebäude entstehen könnte.

Wiesers Vorstellungen stießen im Gremium auf wenig Gegenliebe. Dennoch wird das Landschaftsarchitektenbüro Kronenbitter die Skizzen als Anregung erhalten. Die Experten waren bis dato nur mit der konzeptionellen Gestaltung des Dorfplatzes betraut, nun sollen sie sich zusätzlich mit dem Gelände rund ums Rathaus befassen.

Dietrich stellte nochmals das gesamte Verfahren in Frage. Sie pocht auf eine intensive Bürgerbeteiligung: für den Dorfplatz, für das neue Rathaus, für die Nachnutzung des alten Rathauses durch die Unterschweinbacher Vereine. „Schließlich muss die Bevölkerung damit die nächsten 50 oder 100 Jahre leben.“ Zudem sei nicht klar, „ob das alte Rathaus für die Vereine geeignet ist“. Dann brauche es Alternativen.

Doch Nefele lehnte ein Bürgerbeteiligungsverfahren für den Rathaus-Neubau ab: „Das ist Sache des Gemeinderats und der Verwaltung.“ Eine Einbeziehung der Bevölkerung in Sachen Dorfplatz hält er hingegen für wichtig.

Uschi Hackl (BGE) sagte: „Wir können uns doch Gedanken über den Dorfplatz machen und unabhängig davon das Rathaus bauen.“ Für dieses Vorgehen sowie für einen Sitzungssaal im ersten Stock sprachen sich schließlich zwölf Gemeindevertreter sowie der Bürgermeister aus. Dagegen stimmten Dietrich, Hans Langwieder (CSU), Wieser und Martin Obermeier (BGE). Georg Strasser (CSU) konnte an der Sitzung nicht teilnehmen. (kra)

Auch interessant

Kommentare