Debatte um kosten

Lieber Schulbus-Zuschuss als Elterntaxis

Egenhofen gibt viel Geld für die Beförderung der Grundschüler zur Schule aus: 95 000 Euro waren es in den vergangenen fünf Jahren. Das haben nun Rechnungsprüfer moniert. Doch die Gemeinde zahlt lieber für den Schulbus, als dass noch mehr Elterntaxis durch den Ort fahren.

Egenhofen – Jüngst waren die Kassenbücher der Gemeinde durch das Landratsamt überprüft worden. Kritisiert wurde ein Betrag von rund 95 000 Euro, mit dem die Kommune in den vergangenen fünf Jahren Tickets für Schulkinder bezahlt hat, deren Eltern die Fahrkarten eigentlich selber zahlen müssten. Zumindest wenn es nach dem Buchstaben des Gesetzes geht. Der Hintergrund ist: Die Gemeinde hat Angst vor einer Zunahme der „Elterntaxis“.

Im Jahr 2002 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Schulbuskosten für Grundschulkinder aus den Ortsteilen Unterschweinbach und Pischertshofen zu übernehmen, obwohl deren Schulweg kürzer als zwei Kilometer ist – so beträgt zum Beispiel die Strecke vom Unterschweinbacher Rathaus bis zur Schule 1,8 Kilometer.

Tatsächlich existiert jedoch eine Verordnung, die bei zwei Kilometern eine Grenze zieht: Ist der Weg länger, haben Kinder einen „Beförderungsanspruch“, ist er kürzer, nicht. Mit einer Ausnahme: wenn der Schulweg besonders gefährlich ist. Die zuständige Polizeiinspektion in Olching hat indes herausgefunden, dass es im gesamten Egenhofener Gemeindegebiet keinen gefährlichen Schulweg gibt, also auch nicht zwischen Unterschweinbach und Aufkirchen oder zwischen Pischertshofen und der Grundschule.

Der Gemeinderat will aber weiterhin zwischen 14 000 und 19 000 Euro im Jahr für diese Tickets ausgeben – um Eltern davon abzuhalten, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen. „Schon jetzt stellen die Elterntaxis ein erhebliches Problem hinsichtlich des Verkehrsaufkommens im Allgemeinen sowie der Sicherheit vor dem Schulgebäude im Besonderen dar“, erläuterte Amtsleiter Robert Köll im Gemeinderat. „Wenn wir die Förderung einstellen, würden bei uns womöglich noch mehr Kinder mit dem Pkw zur Schule gefahren werden“, setzte Bürgermeister Josef Nefele hinzu.

Die subventionierten Fahrkarten kann sich die Gemeinde allerdings nur so lange leisten, so lange es ihr finanziell gut geht, machte Köll klar. Familien, die näher am Gehweg entlang der Maisacher Straße in Aufkirchen als zu einer Bushaltestelle in Pischertshofen wohnen, erhalten keine kostenlosen Schulbus-Fahrkarten. (kra)

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