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Großes Interesse: Rund hundert Menschen sind zu der Weihung der Nepomuk-Kapelle bei Weyhern gekommen. 

Nach achtjähriger Restaurierungsphase 

Neuer Segen für Nepomuk-Kapelle

Seit Sonntag ruht auf der kleinen Nepomuk-Kapelle bei Weyhern wieder der kirchliche Segen. Pfarrer Josef Heiß weihte das frisch renovierte Kirchlein am Ostrand des Glonnufers feierlich ein.

Weyhern – Rund hundert Interessierte aus den umliegenden Ortschaften nahmen an der Veranstaltung teil, die Egenhofens Bürgermeister Josef Nefele organisiert hatte. Auch Nefeles Pfaffenhofener Amtskollege Helmut Zech sowie zahlreiche Egenhofener Kommunalpolitiker waren gekommen.

Das Gebäude wurde am westlichen Glonnufer auf dem Gebiet der Gemeinde Pfaffenhofen (Landkreis Dachau) abgebaut und später bei Weyhern wieder errichtet. Der Umzug des Gotteshäuschens war jahrelang zwischen den Gemeinden, den Landkreisen und mit Denkmalschützern verhandelt und vorbereitet worden.

Restaurierung der Nepomuk-Kappel bei Weyhern hat ach Jahre gedauert

Pfarrarchivar Stefan Pfannes ließ die knapp dreihundertjährige Geschichte der Nepomuk-Figur und seiner Kapelle Revue passieren. Nefele sprach in seinem Rückblick auf die achtjährige Historie des Restaurierungsprojekts vom „Fluch und Segen des Denkmalschutzes“, fügte jedoch versöhnlich hinzu: „Aber jetzt, wo die Arbeit erfolgreich beendet ist, kann man sagen: Die Kapelle ist richtig schön geworden.“

Die gesamte Maßnahme kostete 67 000 Euro – inklusive des Grundstückserwerbs mit rund 2900 Euro. Verschiedene staatliche Stellen übernahmen davon etwa 42 000 Euro. Den Löwenanteil trug das Amt für Ländliche Entwicklung mit 25 000 Euro. Amtsrätin Renate Weber sagte: „Wir sind froh, dass wir die Mittel endlich auszahlen können.“

Die Bürger zeigten sich zufrieden. Der Egenhofener Benedikt Stumpferl sagte: „Trotz der langen Vorarbeit ist es ein gelungenes Werk, das das Auge erfreut.“ Die Egenhofenerin Rosemarie Meitinger fasste sich kürzer: „Außen schön und Innen schön.“ Der 79-jährige Ebersrieder Kirchenpfleger Martin Braun, der das Projekt mit angestoßen hatte, meinte: „Jetzt erstrahlt unsere kleine Kapelle wieder in alter Pracht – und wir haben keinen Pfennig dafür zahlen müssen.“

Heiligen-Figur in der Kapelle heißt nun Johannes – nicht Nepomuk

Manche Egenhofener und Ebersrieder waren etwas verwirrt, dass in einer Inschrift oberhalb der Heiligen-Figur – eine Nachschöpfung aus Gips, die viel kleiner ist als das Original – vom Heiligen Johannes die Rede ist und nicht vom Heiligen Nepomuk. Pfarrer Heiß klärte auf: „Tatsächlich hieß er Johannes. Damit man sicher sein konnte, dass man auch den richtigen Johannes anruft, hat er als Zusatz den Ortsnamen erhalten, aus dem er stammte.“

Laut der Erzdiözese München und Freising war der Heilige um 1345 als Johannes Welflin im südwestböhmischen Marktdorf Pomuk auf die Welt gekommen – daher Johannes Nepomuk. Rund 50 Jahre später starb er nach diversen Foltermartyrien. Des Pfarrers augenzwinkerndes Schlusswort lautete: „Wenn Sie wieder einmal eine Kapelle einzuweihen haben, komme ich gerne.“

von Horst Kramer

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