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Der Büchlerstadl: Er könnte abgerissen werden, um Platz zu machen für einen Rathaus-Neubau. Das Areal ist einer von zwei möglichen Standorten. 

Nutzfläche könnte sich verdoppeln

Rathaus-Neubau für 3,5 Millionen Euro?

Egenhofen - Die Egenhofener könnten ein neues Rathaus im Ortsteil Unterschweinbach bekommen. Denn die Verwaltung braucht mehr Platz. Jetzt stehen erste Ideen im Raum – und eine Zahl: Der Neubau würde rund 3,5 Millionen Euro kosten.

Schon bisher werden die 3600 Egenhofener von Unterschweinbach aus regiert. Dort steht das Rathaus. Doch die Gemeinde wächst – und damit die administrativen Aufgaben. Dass die Verwaltung eine größere Bleibe benötigt, ist unumstritten, aber über den Zuschnitt des Gebäudes, Funktionen und den Standort besteht Dissens. Denn der Neubau müsste in die Mitte Unterschweinbachs rutschen – entweder auf die Freifläche westlich der Kreisstraße oder auf das gegenüberliegende Areal, auf dem der alte Büchlerstadl steht. Das Bauwerk wird von vielen Unterschweinbachern geliebt, von anderen Einwohnern der Flächengemeinde hingegen als Schandfleck empfunden.

Klar ist auch: Mit dem neuen Rathaus steht und fällt das ebenfalls schon jahrelang avisierte Dorferneuerungsprojekt für Unterschweinbach. Vor einigen Wochen hatte der Gemeinderat den Maisacher Architekten Wilhelm Greulich mit dem groben Entwurf eines Verwaltungssitzes beauftragt. Nun präsentierte Greulich seine ersten Ideen.

Er plant das Rathaus größer: Angedacht sind 25,5 Meter Länge, 12,50 Meter Breite sowie eine Firsthöhe von 13,70 Metern. Das jetzige Rathaus ist 23,25 Meter lang, 10,50 Meter breit und 8,70 Meter hoch. Der Neubau hat Erd-, Ober- und Dachgeschoss sowie einen Keller mit zwei Archiven für Steuer- und sonstige Akten. Die Nutzfläche beträgt 991 Quadratmeter (bisher: 430 Quadratmeter).

18 Zimmer für die Verwaltung

Die Verwaltung könnte zirka 18 Zimmer nutzen, die Raumaufteilung wäre variabel. Den Sitzungssaal hat der Architekt ins Dachgeschoss verpflanzt – der Saal wäre über einen Aufzug und ein Treppenhaus erreichbar. Eine zweite, außen liegende Stiege würde den Brandschutzauflagen entsprechen. Die reinen Baukosten – inklusive der infrastrukturellen Anschluss- sowie Architektenkosten – bezifferte Greulich auf 3,47 Millionen Euro.

„Das ist richtig viel Geld“, fasste Bürgermeister Josef Nefele (BGE) zusammen, „das muss gut überlegt sein.“ Der Betrag brachte manchen ins Grübeln: Peter Kiser (CSU) bezweifelte die Notwendigkeit, die Nutzfläche gleich zu verdoppeln. Anton Schräfl (WGE) schlug vor, sich in Arbeitsgruppen Gedanken zu machen: etwa über ein digitales Archiv oder eine umfassende Barrierefreiheit. Nefele befand die Idee von Arbeitsgruppen oder die Involvierung des Bauausschusses für nicht zielführend: „Schlussendlich muss der gesamte Gemeinderat entscheiden.“

Martin Obermeier (BGE) mahnte, dass dieses Projekt nicht andere Maßnahmen – etwa die Aufkirchner Mehrzweckhalle – „in den Hintergrund“ drängen dürfe. Thomas Wieser (WGE) hakte wegen der Standortfrage nach. Nefele versicherte: „Alles ist offen.“ Im Januar soll weiterdiskutiert werden.

Horst Kramer

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